Sport : Hertha berät sich

Die Trainer-Entscheidung steht unmittelbar bevor

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Sein Handy klingelt – und Karsten Heine bleibt trotzdem ganz entspannt. Natürlich, es könnte Manager Dieter Hoeneß sein, um Heine die Entscheidung bekannt zu geben: Bleibt Heine Cheftrainer oder nicht? Die sportliche Leitung des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC berät in diesen Tagen intensiv über die T-Frage. „Wir haben da nichts vereinbart, keinen Tag oder etwa eine Stunde“, sagte Heine gestern. Eine Tendenz, wie sich die Funktionäre entscheiden werden, könne er nicht ausmachen, sagte Heine. Der 52-Jährige würde gern in der Bundesliga weitermachen, aber auch die Arbeit mit der zweiten Mannschaft ist für ihn keine Qual. Karsten Heine bleibt gelassen.

Bis zum Ende dieser Woche will Hertha eine Entscheidung getroffen haben. Heine ist einer der Kandidaten, seine Chancen liegen dem Vernehmen nach etwa genauso hoch wie die der vier oder fünf anderen Trainer, über die gesprochen wird. Bereits gestern Nachmittag setzte sich die Führung des Vereins zusammen. Die Beratungen dürften aber noch eine Weile dauern. „Es geht nicht um einen Tag. Im Verlauf dieser Woche wird eine Entscheidung fallen“, sagte Manager Hoeneß gestern.

Am Donnerstag findet eine Sitzung des Beteiligungsausschusses statt – die erste ordentliche seit der Wahl der neuen Mitglieder. Der Ausschuss müsste die Entscheidung absegnen. Auch über einen Vertrag mit der Berliner Aktiengesellschaft für Beteiligungen müsste das Aufsichtsgremium abstimmen. Genussscheine im Wert von 25 Millionen Euro sollen gezeichnet werden. Herthas Personaletat würde sich dadurch um etwa fünf Millionen Euro erhöhen. Auf der Tagesordnung für die Sitzung des Beteiligungsausschusses stand dieser Punkt bis gestern nicht. Sollte der Deal zustande kommen, hätte Hertha einen größeren Spielraum bei der Zusammenstellung des Teams für die neue Saison.

In der Trainerfrage ist Felix Magath bei Hertha im Gespräch – und sogar einer der wahrscheinlicheren Namen von denen, über die spekuliert wird. Ob der ehemalige Trainer von Bayern München bezahlbar ist, hängt wohl auch davon ab, ob Genussscheine gezeichnet werden oder nicht. Der ehemalige Trainer Falko Götz hat ohne Prämien etwa 800 000 Euro im Jahr verdient. Magath wäre deutlich teurer. Magath würde gern ins Ausland gehen, hat er kürzlich gesagt. Sollte er aber in Deutschland bleiben, hätte Hertha gute Chancen. Die Posten bei den Spitzenklubs sind besetzt – und Magath würde Berlin dem VfL Wolfsburg wohl vorziehen, bei dem nach der Entlassung von Klaus Augenthaler ebenfalls ein Chefplatz frei geworden ist. Auf der Mitgliederversammlung zu Beginn der vergangenen Woche dementierte Hoeneß Gerüchte, Augenthaler komme zu Hertha BSC.

Guido Buchwald erneuerte sein Interesse gestern. „Hertha ist ein sehr interessanter Verein bei dem man etwas bewegen kann. Einen Kontakt gab es aber noch nicht.“ Über eine Verpflichtung von Bernd Schuster, dem Trainer des spanischen Klubs FC Getafe, wird ebenfalls spekuliert. Bei Getafe jedoch weiß man von nichts. „Wir haben keine offizielle Anfrage erhalten und wissen auch nichts von inoffiziellen Kontaktaufnahmen“, heißt es bei der Geschäftsstelle des Klubs. Schuster selbst sagte kürzlich: „Ich würde liebend gerne mit Getafe durch Europa reisen und in München um den Uefa-Cup spielen.“ Der Verbleib in Getafe ist für den 47 Jahre alten Schuster also auch eine Option.

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