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Hertha - Bochum 2:0 : Hertha siegt und steht an der Spitze

Der nächste Schritt Richtung Bundesliga ist geschafft: Hertha BSC schlägt zu Hause den VfL Bochum mit 2:0 und übernimmt wieder die Tabellenführung. Für die Bochumer rücken hingegen die Abstiegsränge immer näher.

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Frühe Entscheidung: Wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff erzielte Herthas Nico Schulz (2. v. l.) das 2:0.Alle Bilder anzeigen
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30.03.2013 14:49Frühe Entscheidung: Wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff erzielte Herthas Nico Schulz (2. v. l.) das 2:0.

Ronny holte mächtig aus. Sein Anlauf zum Freistoß wurde länger und länger. Der Ball lag rund 20 Meter von dem gegnerischen Tor entfernt, im halbrechten Raum des Spielfeldes. Ideal für einen Linksfuß wie Ronny. Herthas Brasilianer lief an und zirkelte den Ball über die Mauer hinweg ins rechte obere Eck des Bochumer Tores – es war die Führung in einem aus Berliner Sicht hoffentlich erfolgreichen Endspurt zum Aufstieg.

Vier Minuten waren da gespielt, und der Anhang des Berliner Fußball-Zweitligisten war hörbar frohen Mutes. Es war ein deutliches Zeichen dafür, dass seine Mannschaft die Länderspielpause gut überstanden und mit einem spielfreudigen Ronny Richtung Bundesliga weitermarschieren würde. Ein gut aufgelegter Ronny war bisher noch immer ein sicheres Indiz auf einen Erfolg Herthas. Zumal Nico Schulz zu Beginn der zweiten Halbzeit auf 2:0 erhöhte. Und so stand am Ende ein 2:0 (1:0)-Erfolg über den VfL Bochum. Hertha bleibt am oberen Rand des Klassements, Bochum dagegen steckt im Abstiegskampf.

„Wir haben ein souveränes Spiel gespielt“, sagte Jos Luhukay hinterher. Kritisieren wollte er lediglich, dass die Spielzüge oft nicht gut zu Ende gespielt worden seien, sonst wäre der Sieg höher ausgefallen. Herthas Trainer hatte dem Spiel gegen Bochum eine besondere Bedeutung beigemessen. Er wollte unbedingt mit einem Sieg in den Endspurt der Saison starten. Montag in einer Woche kommt der mutmaßliche Mitaufsteiger Eintracht Braunschweig nach Berlin. Dann wird sich vorentscheiden, in welcher Reihenfolge die beiden Vereine den Aufstieg in die Bundesliga absolvieren werden. Sportlich eine Nebensächlichkeit, aber angesichts der positionsabhängigen Verteilung der Fernsehgelder eben doch nicht.

Die Berliner gingen die Angelegenheit am Samstag vor nur 34.802 Zuschauern schwungvoll an. In den ersten Spielminuten war den Herthanern ihre Lust am Spiel anzusehen. Sie wirkten frischer, wacher und präsenter als die Bochumer. Als dann Ronny mit seinem 14. Saisontor die frühe Führung geglückt war, kam noch Sicherheit in ihr Spiel. Die Berliner gewannen die meisten Zweikämpfe, sie brachten mehr Pässe an den Mann und auch die Laufbereitschaft stimmte.

In diese lustvolle Anfangsphase fiel auch eine gute Torchance für Sami Allagui, der wunderschön von Ronny bedient worden war. Doch der Deutsch-Tunesier scheiterte aus Nahdistanz am Bochumer Torwart Andreas Luthe. Allagui hatte von Luhukay den Vorzug gegenüber Marcel Ndjeng erhalten, doch konnte er diesen Vertrauensvorschuss nicht rechtfertigen. Dem offensiven Mittelfeldspieler misslang eine Vielzahl seiner Aktionen.

Die Bochumer blieben letztlich harmlos. Lediglich Zlatko Dedic hatte kurz nach Ronnys Führungstor die Chance, das Ergebnis zwischenzeitlich zu egalisieren. Doch Torwart Thomas Kraft war zur Stelle und lenkte den Ball zur Ecke.

Im weiteren Verlauf verflachte das Spiels etwas. Die Bochumer beschränkten sich auf die Sicherung ihres Tores und brachten kaum zwingende Offensivaktionen zu Stande. Auch die Berliner spielten nicht durchgängig zielstrebig. Zu oft fehlte es dem letzten Pass an Qualität.

Das änderte sich nur punktuell, wie direkt zu Beginn der zweiten Hälfte. Da setzte Nico Schulz nach Doppelpass mit Peer Kluge zu einem beherztem Solo an, das er mit seinem ersten Saisontor zum 2:0 abschloss. Luhukay applaudierte an der Seitenlinie. Herthas Trainer hatte sich auffällig oft über die Dynamik geäußert, die Schulz auf der linken Außenbahn ins Spiel bringe.

Die Schlussphase läutete Ronny mit einem diesmal wuchtig getretenen Freistoß ein, den Luthe großartig parierte. In Ben Sahar und Alfredo Morales kamen für Adrian Ramos und Peer Kluge noch einmal frische Kräfte, doch Zählbares sollte nicht mehr herausspringen.

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