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Hertha BSC - 1. FC Köln 0:0 : Hertha BSC steht kurz vor dem Klassenerhalt

Sieben Spiele in Folge ungeschlagen - für Hertha BSC ist das 0:0 gegen den 1. FC Köln ein weiterer Punkt zur Sicherung des Klassenerhalts. Trainer Dardai tat das Spiel trotzdem "ein bisschen weh".

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Unüberwindbar für die Hertha: Kölns Torwart Timo Horn klärt vor Brooks.
Unüberwindbar für die Hertha: Kölns Torwart Timo Horn klärt vor Brooks.Foto: dpa

Pal Dardai stand permanent am Spielfeldrand, so, als wenn er jeden Moment eingewechselt werden würde. Aktives Coaching nennt man so etwas. Herthas Trainer spielte mit - mit Gesten und mit Worten. Man muss den Erfolg erzwingen, lautet das Credo des Ungarn. Und so hielt der 39-Jährige bis zum Schlusspfiff die Spannung, doch der siegbringende Treffer für seine Mannschaft wollte nicht fallen.

Der Berliner Bundesligist kann mit diesem 0:0 vor 51 203 Zuschauern im Olympiastadion und dem daraus resultierenden Punkt leben, obgleich der verpasste Sieg Dardai hinterher „ein bisschen weh“ tat. Trotz des jetzt siebenten Spiels in Folge ohne Niederlage büßt Hertha in der Tabelle einen Platz ein. In manchen Situationen habe seiner Mannschaft „die nötige offensive Aggressivität gefehlt“, sagte der Trainer später. Ein Umstand, dem die Berliner hoffentlich nicht noch werden hinterher trauen müssen. Jetzt kommen auf sie schwere Spiele gegen Bayern München, Mönchengladbach und Dortmund zu.

Ein großes Geduldsspiel

Im Vergleich zum Spiel vor einer Woche in Hannover gab es im Hertha-Team nur eine personelle Veränderung. Marvin Plattenhardt kehrte nach seiner Sperre auf die linke Verteidigerposition zurück. Sein Vertreter Nico Schulz rückte dafür eine Position vor, von wo Genki Haraguchi auf die rechte Seite wechselte und den verletzten Roy Beerens ersetzte.

 Man muss sich so ein womöglich entscheidendes Spiel um den Klassenerhalt wie ein großes Geduldsspiel vorstellen. Nur nicht zu viel riskieren. Wer zu erst wackelt, also den ersten Fehler macht, gerät in Rückstand und kann diesen vielleicht nicht mehr aufholen. Beide Mannschaften waren punktgleich in das Spiel gegangen. Beide mit der Aussicht, einen wesentlichen Schritt Richtung Klassenerhalt zu setzen. Und so spielten sie auch. Man belauerte sich. Es wurde taktisch diszipliniert und gut organisiert auf Sicherheit gespielt. Die Bälle pendelten meist zwischen den jeweiligen Innenverteidigerpaaren, gelegentlich wurde ein Pass nach vorn gewagt, was bei den Berlinern etwas häufiger geschah.

Kölns Torwart Horn mit starken Aktionen

Nach einer Viertelstunde hatten die Berliner eine kleine Druckphase mit zwei guten Gelegenheiten. Erst wurde ein Schuss von Salomon Kalou geblockt, wenig später brachte Per Skjelbred eine gute Flanke auf den Kopf von Sebastian Langkamp. Doch der Kölner Torwart Timo Horn parierte prächtig. Nach einer halben Stunde verzog dann Skjelbred aus Nahdistanz. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit wurden auch die Kölner kecker. Einen Schuss von Kapitän Miso Brecko aufs kurze Toreck konnte Herthas Torwart Thomas Kraft zur Ecke lenken. Eine weitere Ecke später strich ein schöner Kopfball des Kölner Innenverteidigers Dominic Maroh knapp über die Latte des Hertha-Tores.

Mit einer zweiten Drangphase der Gastgeber startete die zweite Hälfte. Eine Freistoßflanke von Plattenhardt strich sanft über den Scheitel von Valentin Stocker und verfehlte nur hauchdünn ihr Ziel. Torwart Horn wäre machtlos gewesen. Drei Minuten später gelang Haraguchi eine Balleroberung. Der Japaner leitete sofort den Gegenangriff ein, doch seinen durchgesteckten Pass ins Sturmzentrum konnte Kalou nicht verwerten. Kurz darauf scheiterte der Ivorer per Kopf nach einer Flanke Stockers an Horn.

Als auch die zweite Drangphase nichts einbrachte, ließ es Hertha wieder etwas ruhiger angehen. „Keine wollte Risiko gehen, keiner wollte was Besonderes machen“, sagte Skjelbred hinterher. Die Berliner hatten die Kölner weitgehend im Griff, nur einmal noch musste Torwart Thomas Kraft beherzt eingreifen als Anthony Ujah vor seinem Gehäuse zum Schuss kam. „Wir wollten hier ungeschlagen bleiben“, sagte der Kölner Trainer Peter Stöger.Scheinbar gaben sich damit in der Schlussphase des Spiels auch die Berliner Spieler zufrieden, die sich kaum noch zwingende Torchancen erspielten. Das war so nicht abgesprochen mit ihrem Trainer. „Ich wollte gewinnen, aber meine Mannschaft wollte am Ende dann nicht mehr verlieren“, erzählte Pal Dardai. So richtig unglücklich aber sah er dabei nicht aus.

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