Hertha BSC : Allrounder in der Offensive

Hertha-Trainer Lucien Favre darf sich über eine Verstärkung seines Kaders freuen. Der Hauptstadt-Klub leiht den Schweden Tobias Grahn aus - eine Option fürs offensive Mittelfeld.

Grahhn
Tobias Grahn verstärkt Hertha. -Foto: dpa

Berlin - Lucien Favre darf heute mit einer guten Gewohnheit die Vormittagsübungseinheit beginnen. Der Trainer von Hertha BSC wird einen neuen Spieler begrüßen dürfen. Tobias Grahn wird es sein. Gestern einigte sich der Berliner Bundesligist mit dem schwedischen Mittelfeldspieler vom spanischen Zweitligisten Gimnastic de Tarragona auf ein Leihgeschäft bis zum 30. Juni 2008.

„Mit Tobias Grahn haben wir einen erfahrenen Spieler unter Vertrag genommen, durch den wir im Mittelfeld zusätzliche Optionen besitzen, um unser Spiel variabler zu gestalten“, sagte Manager Dieter Hoeneß. Zudem besitzt der Klub für den 27-jährigen Nationalspieler (vier Einsätze) eine Kaufoption. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung“, sagte Grahn nach der Vertragsunterzeichnung.

Die Leihgebühr für Grahn soll bei 200 000 Euro liegen. Bereits vor einem Jahr war der groß gewachsene Schwede den Berlinern beim Uefa-Cup-Spiel gegen Odense aufgefallen. Hertha war damals gegen die Dänen in der Vorrunde ausgeschieden. Schon damals bemühte sich Hertha um eine Verpflichtung des Spielmachers, doch die Spanier machten das Rennen. Nach dem Abstieg von Tarragona aus der Primera Division ist dem Klub der Spieler zu teuer geworden.

Tobias Grahn kam im Februar 2007 zu Gimnàstic Tarragona. Neben dem Brasilianer Ribeira war er der teuerste Spieler in der Geschichte des katalanischen Vereins. Er soll etwa eine Millionen Euro gekostet haben. Kurz nach seiner offiziellen Vorstellung im Februar zog sich Grahn eine Muskelzerrung zu und fiel für drei Wochen aus. Dafür gelang ihm bei seinem Debüt gegen Racing Santander ein Tor. Grahn gilt als sehr eigenwilliger Spieler, der den Zweikampf sucht. Um Integration hat sich Grahn während seines kurzen Intermezzos beim katalanischen Absteiger nicht sonderlich bemüht und weder die Sprache gelernt noch ein herzliches Verhältnis zu den Fans gesucht. Im Umgang sei er eher nordisch unterkühlt.

Auch Alfons Muñoz, technischer Sekretär von Gimnàstic Tarragona, gibt zu, dass Grahn in Spanien „Anlaufschwierigkeiten“ hatte. „Vielleicht lag es am Klima und am anderen Lebensrhythmus.“ Dennoch sei Grahn ein exzellenter Spieler. „Grahn passt sehr gut in die Bundesliga: Er ist ein athletischer, schneller Spieler, der offensiv auf jeder Position eingesetzt werden kann,“ sagte Muñoz dem Tagesspiegel, „er verfügt über technisches Know-How und die notwendige spielerische Vision.“ miro/jum

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