Sport : Hertha BSC: Bauernopfer

Klaus Rocca

Es war ein Satz, der Bauchschmerzen verursachen kann. "Es geht ums Team, da können Einzelne keine Rolle spielen", sprach Falko Götz. Bauernopfer gilt es also zu bringen, wenn es ums das Wohl des Ganzen geht. Schließlich will Götz, Interimstrainer bei Hertha BSC, Erfolge vorweisen. Den Anfang hat er gemacht, am Sonnabend gegen Stuttgart. Bei einem Sieg ist alles richtig. Nur, hinter den Bauernopfern verbergen sich auch kleine menschliche Tragödien. Christian Fiedler und Rob Maas traf es. Der eine war über Nacht plötzlich nur noch die Nummer zwei im Tor, der andere erst gar nicht im Kader.

Fiedler erfuhr es beim Frühstück aus der Zeitung. "Ich habe bei Hertha schon so viel auf die Fresse gekriegt, da passte das ins Bild", sagte der Torhüter. Gekränkt ist er. Zumal ihm Götz Stunden vor dem Spiel verklickert hatte, er habe "eine andere Vorstellung von einem Torwart". Und die verkörpert Gabor Kiraly, der Ungar, der nun wieder die Nummer eins ist. Für Jürgen Röber war er das auch schon, weil Kiralys zehn Zentimeter mehr bei der Strafraumbeherrschung eine wichtige Rolle spielen. Doch als Kiraly nach seiner Verletzung nicht voll da und Fiedler obenauf war, gab Röber dem Ungarn den Vorzug.

Nun ist also alles wieder anders. "Dabei gab es für mich keinen Grund zu wechseln. Meine Leistung stimmte, und die Mannschaft hat mich auch voll angenommen", sagt Fiedler. Jahrelang habe er für seine Chance gekämpft, sie endlich erhalten - und stehe nun wieder auf dem Abstellgleis. Möglicherweise bis zum 4. Mai, am letzten Arbeitstag des Interimstrainers Götz. Mit dem Fiedler übrigens in der Saison 1996/97 in einer Mannschaft spielte.

Der andere, Rob Maas, hatte am Sonnabend offiziell eine Magen-Darm-Grippe. War es dem Holländer auf den Magen geschlagen, dass ihn Götz gar nicht erst in den Kader berief? "Nur aus taktischen Gründen. Weil wir gegen Stuttgart ganz offensiv spielen wollten", sagt Götz. Maas spiele aber in seinen weiteren Planungen "eine ganz, ganz wichtige Rolle". So schon am kommenden Sonnabend, wenn es in München gegen den TSV 1860 geht. Es sei denn, Maas hat dann noch immer Bauchschmerzen.

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