Hertha BSC Berlin : Der vergeigte Sieg

Das 2:2 von Hertha BSC gegen den SV Werder Bremen zum Bundesligaauftakt offenbart neue Möglichkeiten und alte Schwächen der Berliner.

von
Hart umkämpft. Der Berliner Sandro Wagner hier im Duell mit Werders Marnon Busch.
Hart umkämpft. Der Berliner Sandro Wagner hier im Duell mit Werders Marnon Busch.Foto: dpa

Dann musste Julian Schieber doch ein wenig in sich hineingrinsen. Mit gesenktem Blick versuchte der neue Stürmer von Hertha BSC etwas ungelenk, seine beiden Treffer zum Bundesligaauftakt einzuordnen. Unter normalen Umständen sind zwei Starttore ein Grund für eine durchtanzte Nacht. Doch am Ende reichten sie eben nicht zum Sieg, sondern nur zu einem 2:2 über Werder Bremen. „Für uns fühlt es sich wie verloren an. Wir sind ein bisschen unglücklich darüber. Ich hätte noch das dritte Tor machen können, das war einfach schade“, hatte der 25-Jährige direkt nach dem Spiel gesagt.

Eine Nacht weiter fühlte sich der verspielte Sieg nicht mehr ganz so grässlich an. Für einen Stürmer gibt es schlechtere Startszenarien, erst recht für einen wie ihn, der zwei Jahre lang in Dortmund maximal der Mann der letzten dreieinhalb Minuten gewesen ist. Schon deswegen muss es für Schieber ein persönliches Fest gewesen sein, mal wieder in einer Startelf gestanden zu haben. Wie auch sein Trainer vermutete. „Julian ist froh, von Anfang an zu spielen. Schade, dass er nicht zum Matchwinner geworden ist, aber kein Vorwurf an ihn. Wir sind zufrieden mit ihm“, sagte Jos Luhukay.

Das Spiel gegen Werder Bremen in Bildern
Die Enttäuschung war groß bei Hertha BSC nach dem 2:2 gegen Werder Bremen.Alle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: dpa
23.08.2014 17:08Die Enttäuschung war groß bei Hertha BSC nach dem 2:2 gegen Werder Bremen.

Ohnehin wollte Herthas Trainer mehr das Positive herausstreichen, das es ja auch tatsächlich gab. Das liegt auch daran, dass nicht nur Schieber gut gestartet ist, sondern auch andere Neuzugänge wie der Japaner Genki Haraguchi auf der linken Außenbahn und der Holländer Roy Beerens auf der anderen Flanke gute „offensive Momente“ hatten.

Beide bereiteten die Tore von Schieber vor und brachten auch sonst frischen Schwung ins Offensivspiel der Berliner. Insofern trifft es Hertha, dass der Japaner sich gegen Ende des Spiels nach einem Zusammenprall mit einem Bremer Spieler und einem unglücklichen Fall auf den Rasen eine schmerzhafte Verletzung am Schultereckgelenk zugezogen hat. Haraguchi wird ein paar Wochen ausfallen, wie Luhukay erklärte. „Das ist bitter. Er hat gegen Bremen Qualität gezeigt“, sagte der Trainer gestern. Wenn die Heilung optimal verläuft, könnte der 23-Jährige nach der Länderspielpause wieder auf dem Trainingsplatz stehen.

7 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben