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Hertha BSC besiegt Leverkusen 2:1 : Weiter nach oben

Gegen Bayer Leverkusen überzeugen die Berliner wieder daheim und kommen nach zwei frühen Toren zu einem 2:1-Erfolg.

Stefan Hermanns
Ich schon wieder. Leckie jubelt nach seinem vierten Saisontor. Foto: Reuters
Ich schon wieder. Leckie jubelt nach seinem vierten Saisontor.Foto: Reuters

Gut die Hälfte der zweiten Hälfte war noch zu spielen, da konnte Pal Dardai die Gegenwart schon Gegenwart sein lassen – und sich bereits der Zukunft widmen. Die Zukunft findet am Samstag in Mainz statt, wo Hertha BSC das nächste Pflichtspiel zu bestreiten hat. Vermutlich hatte Dardai, der Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten, diese Partie längst im Kopf. Er nahm Ondrej Duda und Vedad Ibisevic vom Feld und gönnte ihnen ein bisschen Erholung. Die Anforderungen der Gegenwart sprachen nicht dagegen. Das Spiel gegen Bayer Leverkusen schien zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Am Ende aber musste die Berliner vor 32.825 Zuschauern im Olympiastadion sogar noch ein bisschen zittern, bis der 2:1 (2:0)-Sieg perfekt war.

"Mit der Doppelbelastung, die wir in dieser Saison haben, waren das extrem wichtige Punkte", sagte Dardai.

Heimspiele von Hertha BSC haben sich zuletzt immer ein bisschen zäh angelassen. Das war am Mittwochabend gegen Leverkusen von Beginn an anders – wobei es die Gäste waren, die nach exakt einer Minute die erste große Chance hatten. Weil Mitchell Weiser auf dem falschen Fuß erwischt wurde, kam Bayers Nationalspieler Julian Brandt im Berliner Strafraum frei zum Schuss, scheiterte aber an Rune Jarstein in Herthas Tor.

Die Leverkusener hatten am Sonntag 4:0 gegen Freiburg gewonnen und wollten im Olympiastadion mit frischem Schwung ähnlich offensiv zur Sache gehen. Das kam den Berlinern sehr entgegen: Sie fanden Räume vor, wie man sie in Heimspielen heutzutage nur noch selten hat. Schon nach zehn Minuten reichte ein Befreiungsschlag von Karim Rekik, um die komplette Defensive der Gäste zu überwinden. Mathew Leckie sprintete von der Mittellinie los und wurde erst in letzter Sekunde noch entscheidend gestört. Nach der folgenden Ecke setzte Ondrej Duda den Ball per Volleyschuss nur knapp am Leverkusener Tor vorbei.

Die Gäste schienen sich für eine gepflegte Defensivarbeit nicht besonders erwärmen zu können. Bezeichnend war das Verhalten vor Herthas Führungstreffer. Leckie konnte sich weitgehend unbehelligt dem gegnerischen Strafraum nähern. Vier Leverkusener leisteten höflichen Geleitschutz, keiner sah sich zu einer entschlossenen Intervention genötigt, so dass Leckie den Ball aus 15 Metern mit seinem schwächeren linken Fuß in den Winkel schlenzen konnte.

Bayer Leverkusen hatte sich zuletzt als echter Angstgegner für Hertha erwiesen

Wer gedacht hätte, dass man das eigene Tor kaum dilettantischer verteidigen kann, wurde nur acht Minuten später des Irrtums überführt. Da reichte ein schnell ausgeführter Einwurf von Mitchell Weiser. Vedad Ibisevic reagierte schneller als Bayers Innenverteidiger Panagiotis Retsos, Torhüter Bernd Leno zuckte zurück und ließ sich dann an der Torauslinie von Herthas Kapitän austanzen. Dessen Flanke in die Mitte musste Salomon Kalou nur noch ins leere Tor nicken.

Bayer Leverkusen hatte sich zuletzt als echter Angstgegner für Hertha erwiesen. Von den jüngsten acht Duellen hatten die Rheinländer sieben gewonnen, darunter auch am letzten Spieltag der Vorsaison, als die Gäste im Olympiastadion schon zur Pause 3:0 führten und es am Ende 6:2 stand. Der Schrecken, den Bayer am Mittwochabend verbreitete, war überschaubar. Nach dem 0:2 sammelten sie zwar eine Menge Ballbesitz, gefährlich aber wurden sie in der ersten Hälfte nicht mehr. Im Gegenteil: Ein 3:0 zur Pause wäre auch diesmal möglich gewesen, allerdings für Hertha. Doch Ibisevic scheiterte mit einem Kopfball an Torhüter Leno.

Trainer Heiko Herrlich nahm zur zweiten Halbzeit Wendell und Karim Bellarabi vom Platz – es hätten sich auch noch ein paar andere Kandidaten angeboten. Doch von neuem Schwung war bei den Leverkusenern erst einmal nichts zu spüren. Bayer fiel gegen Herthas gut organisierte Defensive nichts mehr ein. Eine Viertelstunde vor Schluss musste Jarstein bei einem Schuss des eingewechselten Leon Bailey ins kurze Eck noch einmal eingreifen, kurz darauf war Herthas Torhüter machtlos – weil Niklas Stark einen Distanz- und Verzweiflungsschuss von Julian Brandt unhaltbar abgefälscht hatte. So wurde es in den letzten fünf Minuten doch noch spannend. Und Bayer hatte durch Dominik Kohr sogar noch eine Chance zum Ausgleich. Am Ende aber rettete Hertha den Vorsprung noch über die Zeit.

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