Hertha BSC : Christoph Janker: Die Rückkehr nach dem Schmerz

Christoph Janker musste um die Fortsetzung seiner Karriere fürchten; zwischenzeitlich hatte er Angst, sein Bein müsste amputiert werden. Nun soll er den verletzten Christian Lell ersetzen.

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Zurück im Spiel. Christoph Janker (r.) rückt gegen Fürth wohl für Christian Lell in Herthas Startelf.
Zurück im Spiel. Christoph Janker (r.) rückt gegen Fürth wohl für Christian Lell in Herthas Startelf.Foto: Matthias Koch

Berlin - Markus Babbel sagt, „man muss für alle Fälle gewappnet sein“. Aber dass der junge Mann, der gestern bei Hertha BSC das Torwarttraining mitmachen durfte, am Montag gegen Greuther Fürth den verletzten Maikel Aerts ersetzen wird, ist definitiv ausgeschlossen. Der unbekannte Torhüter ist erst 13, heißt Yannick mit Vornamen, Babbel mit Nachnamen, hat gerade Ferien und ist bei seinem Vater Markus in Berlin zu Besuch. Ein Einsatz in Fürth kommt aus mehreren Gründen nicht in Frage: Zum einen spielt Yannick Babbel in seinem Heimatverein auf dem Feld, ist nach Auskunft seines Vaters „eisenharter Innenverteidiger“. Und außerdem erwartet Herthas Trainer seinen Torhüter Aerts bereits am Donnerstag wieder im Training zurück. Bis dahin sollen dessen Rückenprobleme behoben sein.

Für Christian Lell hingegen wird es bis zum Spitzenspiel der Zweiten Liga nicht reichen. Der rechte Außenverteidiger hat sich gegen den FSV Frankfurt einen Muskelfaserriss zugezogen, er fällt zwei Wochen aus. Als Ersatz stehen Babbel zwei Optionen zur Verfügung: Christoph Janker und Alfredo Morales. Bis Montag bleibt Babbel eigentlich noch jede Menge Zeit für eine Entscheidung, aber schon nach der ersten Trainingseinheit vor dem Spiel lässt er eine klare Präferenz erkennen: für die Erfahrung – und damit für Janker. „Es spricht alles für ihn“, sagt er. „Er ist gut drauf, er trainiert gut, ist topfit.“

Schon gegen Frankfurt kam der 26-Jährige für Lell aufs Feld. Es war Jankers erster Einsatz seit Mitte September, als er im Heimspiel gegen Bielefeld ebenfalls kurz vor Schluss eingewechselt wurde. Was dazwischen passiert ist, bezeichnet Babbel als „Wahnsinn“: „Da ist alles Unglück zusammengekommen.“ Zunächst fiel der Verteidiger zwei Monate wegen eines Syndesmosebandrisses aus, und als er sich über Einsätze in der U 23 gerade wieder herangekämpft hatte, „ist die andere Sache passiert“, wie Janker sagt.

Die andere Sache: Was er so lapidar ausspricht, hat Janker um mehr fürchten lassen als um die Fortsetzung seiner Karriere; zwischenzeitlich hatte er Angst, sein Bein müsste amputiert werden. Eine 35 Zentimeter lange Narbe am rechten Oberschenkel erinnert Janker noch heute an seine wohl schwierigste Zeit als Fußballer. Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen. Ende November, bei einem Spiel der U 23, bekam Janker einen Tritt gegen den Oberschenkel, er hielt bis zum Ende der Partie durch – doch dann kamen die Schmerzen. Der Tritt hatte zu einer Einblutung geführt. Nachdem der Oberschenkel im Krankenhaus aufgeschnitten worden war, durfte Janker das Bein nicht bewegen, 23 Stunden am Tag musste er im Bett liegen. „Es ist alles gut gelaufen“, sagt er heute. „Die Ärzte und Pfleger haben einen guten Job gemacht.“

Sollte er in Fürth tatsächlich von Anfang an spielen, wird er das alles endgültig hinter sich gelassen haben. Für Christoph Janker war schon der Kurzeinsatz gegen Frankfurt wie ein Neustart, „ein gutes Gefühl“, aber auch „komisch, wenn man so lange nicht gespielt hat“. Was wird er erst am Montag sagen, falls er tatsächlich in der Startelf steht? Als ihm das zum letzten Mal vergönnt war, spielte Hertha noch in der Bundesliga.

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