Hertha BSC : Cigerci auf Ben-Hatiras Spuren

Hertha-Trainer Pal Dardai verzichtet gegen den VfB Stuttgart trotz der Ausfälle von Per Skjelbred und Peter Niemeyer auf Hajime Hosogai - und nimmt lieber Tolga Cigerci mit, obwohl der noch nicht richtig fit ist.

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Zurück auf dem Weg nach oben: Tolga Cigerci steht gegen den VfB Stuttgart erstmals in dieser Saison im hertha-Kader.
Zurück auf dem Weg nach oben: Tolga Cigerci steht gegen den VfB Stuttgart erstmals in dieser Saison im hertha-Kader.Foto: dpa

Das hätte es bei Jos Luhukay ganz sicher nicht gegeben: Tolga Cigerci kehrt für das Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart (Freitag, 20.30 Uhr) in den Kader von Hertha BSC zurück – und das, obwohl er nach achtmonatiger Verletzungspause seit gerade zwei Wochen wieder mit der Mannschaft trainiert. Während sich der frühere Hertha-Coach Luhukay in solchen Fällen immer für einen behutsamen Aufbau entschieden hatte, ist sein Nachfolger Pal Dardai etwas forscher. Der Ungar hatte bereits am Mittwoch angekündigt, dass Cigerci möglicherweise schon wieder im Kader stehe, auch wenn aus sportwissenschaftlicher Sicht eigentlich alles dagegen spricht: „Er trainiert sehr gut, aber im Spiel kann es zu unkontrollierten Bewegungen kommen.“ 

Ähnlich hatte sich Dardai vor einer Woche zu Änis Ben-Hatira geäußert – und ihm dann im Spiel gegen den FC Augsburg (1:0) nach zwei Monaten Pause zu seinem Comeback verholfen. Der Offensivspieler hatte gerade vier Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert und wurde zehn Minuten vor Schluss beim Stand von 0:0 eingewechselt. Vor allem aus psychologischen Gründen. Das könnte jetzt auch bei Cigerci eine Rolle gespielt haben.

Zudem muss Dardai im Mittelfeld einen personellen Notstand moderieren. Per Skjelbred und Peter Niemeyer fehlen gegen den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga jeweils wegen Gelbsperren. Verwunderlich ist allerdings, dass Dardai Cigerci dem Japaner Hajime Hosogai vorzieht, der wie schon vor einer Woche nicht zum Kader gehört. Das Gleiche gilt für den Brasilianer Ronny, der zum zweiten Mal nacheinander nicht zum Aufgebot gehört. Über Hosogai hatte Dardai in dieser Woche gesagt: „Wie er sich im Training präsentiert, das ist nicht in Ordnung. Ich brauche Spieler, die Aggressivität, Leidenschaft ausstrahlen und Spritzigkeit.“ Hosogai sei der beste Sechser bei Hertha gewesen, aber davon zeigt er offensichtlich im Training zu wenig. „Er ist ein sehr guter Spieler“, sagte Dardai. „Ich werde es auch hinkriegen, dass er gut spielen wird.“ Aber nicht an diesem Freitag in Stuttgart.  

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