Hertha BSC : Das Ziel: vor Dortmund bleiben

Herthas Trainer Pal Dardai will Platz zwei verteidigen und fordert mindestens einen Punkt bei Borussia Dortmund. Fabian Lustenbergers Einsatz am Freitag ist weiter unklar.

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Foto: imago/Matthias Koch

Um zwanzig nach zwölf gestern Mittag krabbelten Rune Jarstein und Per Skjelbred aus dem Taxi, das sie vom Flughafen direkt vor die Trainingskabine von Hertha BSC gefahren hatte. Die beiden norwegischen Nationalspieler, die gerade von ihren WM-Qualifikationsspielen zurückkehrten, entstiegen dem Gefährt allem Anschein nach unversehrt. „Das ist schon mal gut“, sagte Pal Dardai. Herthas Trainer hat zwei Tage vor dem Bundesligaspitzenspiel bei Borussia Dortmund am Freitagabend immer noch nicht alle Spieler im Trainingsbetrieb.

Gestern wurden noch die beiden U-21-Nationalspieler Mitchell Weiser und Niklas Stark in Berlin erwartet. Irgendwann sollte dann auch Genki Haraguchi einschweben. Der Japaner, der in Länderspielen gegen Irak und Australien jeweils ein Tor schoss, hatte die beschwerlichste Reiseroute. „Ihm will ich erst einmal in die Augen gucken und sehen, ob er müde ist“, sagte Dardai. Der flinke Mittelfeldspieler ist von großer Bedeutung für das Spiel der Berliner, doch auch er könne nur im Vollbesitz aller Sinne helfen.

Doch Klagen kommen Dardai nicht über die Lippen. Bisher ist es seiner Mannschaft gelungen, die Ausfälle so wichtiger Spieler wie Vladimir Darida und des formschwachen Salomon Kalou zu kompensieren. Sollten alle Nationalspieler Herthas einsatzfähig sein, bliebe nur noch Fabian Lustenberger als Wackelkandidat für Freitag. Der frühere Kapitän hatte sich im Training eine Beckenprellung zugezogen. „Bei ihm müssen wir sehen, ob er am Donnerstag trainieren kann“, sagte Dardai.

Sollte der Schweizer nicht einsatzfähig werden, würde John Anthony Brooks in die Innenverteidigung rücken und Niklas Stark, der dort bisher spielte, auf die Lustenberger-Position im zentralen defensiven Mittelfeld rücken. „Niklas ist auch sehr zweikampfstark, der kann das“, sagte Dardai, der gestern nur ein großes Ziel für das Spiel in Deutschlands größtem Stadion ausgab: „Wir wollen auch nach dem Spiel vor Dortmund bleiben – das heißt: ein Punkt Minimum.“

Tatsächlich stehen die Berliner als Tabellenzweiter mit einem Punkt vor den Dortmundern. Die Mannschaft von Thomas Tuchel büßte diesen Platz durch eine 0:2-Niederlage in Leverkusen sein, welche schon deswegen in Erinnerung bleiben wird, weil Tuchel hinterher die körperliche Härte des Gastgebers monierte. „Ich hatte den Eindruck, dass Leverkusen ein gutes Spiel gemacht hat“, sagte Michael Preetz. Herthas Manager sieht in Tuchels Körper-Härte-Kritik „möglicherweise“ den Versuch, „ ein bisschen abzulenken“. Als Hertha unlängst 0:3 bei den Bayern in München verloren habe, „haben wir gleich gesagt, dass der Gegner einfach besser war an diesem Tag“.

Aus dieser Niederlage will Hertha Lehren gezogen haben. „Gegen Dortmund haben wir einen Tick mehr Chancen als gegen die Bayern“, sagte Dardai. Dass die Dortmunder ein paar verletzte Nationalmannschaftsrückkehrer zu beklagen haben wie Guerreiro, Piszczek und Sokratis, spielte keine Rolle. „Dortmund hat einen starken Kader, wir lösen auch unsere Probleme“, sagte Dardai. Als Bayern-Jäger aber sehe er sein Team so wenig wie Manager Preetz: „Dass wir Dortmund nicht auf Augenhöhe begegnen, das weiß jeder. Aber es weiß auch jeder, dass wir gegen Dortmund auch schon mal überraschen konnten.“

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