• Hertha BSC: Der Verein investiert vier Millionen Mark - Professionellere Talenteförderung

Sport : Hertha BSC: Der Verein investiert vier Millionen Mark - Professionellere Talenteförderung

Klaus Rocca

Nach der - aus deutscher Sicht - verkorksten Europameisterschaft reden alle über die Pflicht, den Fußballnachwuchs zu fördern. Hertha auch. Gestern hatte Berlins Bundesligist zu einem Round-Table-Gespräch ins Olympiastadion geladen. Auch um deutlich zu machen, dass im Gegensatz zu früheren Jahren einiges getan wird, damit Talente Berlin nicht den Rücken kehren. Vier Millionen Mark stellt der Verein künftig pro Jahr bereit, um den Nachwuchs zu fördern, Talente bei der Stange zu halten oder gar nach Berlin zu holen. "Wir müssen noch professioneller im Nachwuchsbereich arbeiten", kommentierte Manager Dieter Hoeneß. Für ihn gibt es in Deutschland keine Defizite an Talenten, sondern allein Defizite in der Ausbildung. Womit Hoeneß ("Der Niedergang des deutschen Fußballs bietet eine Riesenchance") nicht allein steht.

Mit dem Gewinn der Deutschen B-Jugendmeisterschaft hat Hertha BSC unterstrichen, dass es um den eigenen Nachwuchs so schlecht nicht steht. Dass die Amateure nicht den Sprung in die Dritte Liga geschafft haben, damit eine größere Lücke zu den Profis klafft, ist dagegen ein Handicap. Andreas Thom, der demnächst seinen Trainerschein machen will, soll als Spieler mithelfen, die 1. Amateurmannschaft nach oben zu bringen. Später soll Thom dann seine Erfahrungen auch in die Nachwuchsarbeit einbringen. In welcher Form, steht noch nicht fest.

Ein weiterer ehemaliger Profi, Falko Götz, hat nun die Fäden in der Hand. Er fungiert als hauptamtlicher Koordinator zwischen Amateur- und Jugendbereich. Seine Tätigkeit wird er demnächst vor allem im "Home of Hertha" ausüben, das auf dem Olympiastadiongelände nahe der Geschäftsstelle entstehen soll und laut Hoeneß im Juli 2001 schon mehrere Wirkungsstätten umfassen wird. Unter anderem mehrere Trainingsanlagen mit Kunstrasenplätzen und eine Jugendakademie für maximal 30 Internatsschülern. Dann werden auch jene Jungkicker dort wohnen, die bislang von Hertha noch in einem Jugendhotel untergebracht werden. "Dabei handelt es sich derzeit um einen Bulgaren, einen Russen, einen Kameruner und vier Deutsche", erklärte Götz In Verhandlungen steht Hertha auch mit einer sportorientierten Gesamtschule. Klappt es, werden dort hauptamtliche Jugendtrainer von Hertha Fußball unterrichten.

Bei Hertha tut sich was. Hoeneß: "Vielleicht können wir eines Tages einen Sebastian Deisler aus dem eigenen Nachwuchs rekrutieren."

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