Hertha BSC : Die Achse der bösen Verletzungen

Hertha BSC kann am Freitag in Bielefeld auf Platz eins rücken. Doch nun droht auch noch Nationalspieler Arne Friedrich auszufallen. Mit Kacar und Pantelic könnten so drei wichtige Stammkräfte fehlen.

Jan Mohnhaupt
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Berlin - Eigentlich könnte beim Tabellenzweiten Hertha BSC die Vorfreude auf das Spiel am Freitagabend in Bielefeld groß sein. Mit einem Sieg auf der Alm würden die Berliner auf den ersten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga springen und dort zumindest übernachten. Doch die Realität lässt solche Gedankenspiele im Moment nicht zu. Es gibt Wichtigeres als Träumereien. Zum Beispiel die Frage, wie Hertha die Ausfälle von vermutlich drei wichtigen Stammkräften kompensieren will. Nachdem Marko Pantelic sich bereits am Wochenende gegen Eintracht Frankfurt eine Kapselverletzung zugezogen hat und Gojko Kacars Fehlen wegen Achillessehnenbeschwerden seit Mittwochmorgen ebenfalls feststeht, droht nun auch Kapitän Arne Friedrich auszufallen.

Der Innenverteidiger zog sich eine Rückenverletzung zu

Der Innenverteidiger zog sich am Dienstag im Nachmittagstraining eine Rückenverletzung zu und musste deshalb auch gestern pausieren. „Ich kann noch nicht sagen, ob es bald wieder geht“, so der deutsche Nationalspieler. Wenn Friedrich tatsächlich gegen seinen ehemaligen Verein ausfallen sollte, würde bei Hertha BSC die zentrale Achse bestehend aus Friedrich, Kacar und Pantelic komplett wegbrechen. Dadurch ist Trainer Lucien Favre gezwungen, taktisch umzudenken. Durch die Neuverpflichtungen von Mitteldfeldspieler Marko Babic und Verteidiger Leandro Damian Cufré bieten sich ihm allerdings weitere Alternativen und „eine bessere Mischung in der Mannschaft“, wie Herthas Trainer sagt. Zwar müssten sich beide erst noch in die Mannschaft einfinden und die Automatismen kennen lernen. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass „einer von beiden von Beginn an spielt“.



Die besseren Chancen hat wohl Marko Babic, der ins linke Mittelfeld rücken könnte. Gegen Frankfurt spielte dort der Brasilianer Raffael, der aber wohl in Bielefeld anstelle des verletzten Pantelic im Sturm auflaufen wird. Cufré könnte rechts in der Viererkette verteidigen, wenn Friedrich tatsächlich ausfällt und Steve von Bergen für ihn in die Innenverteidigung rückt. Allerdings kann auch der Brasilianer Kaká im Zentrum spielen.
 
Während in der Verteidigung zumindest ausreichend Spieler vorhanden sind, hat sich an der Personalnot im zentralen Mittelfeld wenig geändert. Gojko Kacar musste das Training am Dienstag mit Schmerzen abbrechen, er fehlt in Bielefeld ebenso wie Pal Dardai. Der Ungar hofft, nach seiner Außenbandverletzung nächste Woche gegen die Bayern wieder im Kader zu stehen. „Es läuft sehr gut“, sagte er. Wie schon gegen Frankfurt wird wohl auch gegen Bielefeld Maximilian Nicu im zentralen defensiven Mittelfeld spielen. „Das ergibt sich ja fast von selbst“, meint Nicu.

Der Ausfall von Marko Pantelic dürfte dem Trainer die geringste Sorge bereiten

Der Ausfall von Marko Pantelic, dem treffsichersten Berliner Torschützen, bereitet Favre vermutlich die geringsten Sorgen: „Wir haben guten Ersatz mit unseren drei Stürmern Woronin, Raffael und Chermiti.“ Seinen vierten Stürmer, den Bulgaren Waleri Domowtschiski, hat er gar nicht erst erwähnt.

Unabhängig von den personellen Problemen haben die Berliner großen Respekt vor ihrem kommenden Gegner. Aus den letzten fünf Spielen haben die Arminen acht Punkte geholt. „Ich war nicht so überrascht“, sagt Lucien Favre über den Bielefelder Auswärtssieg in Bremen am vergangenen Wochenende. „Sie haben dort 2:1 gewonnen, wo wir 1:5 verloren haben.“

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