Sport : Hertha BSC: Die ewige Alternative

Stefan Hermanns

Im Training am Donnerstag hat Rob Maas von bevorstehenden Veränderungen nichts gemerkt. Ob er spielen werde, am Sonnabend beim SC Freiburg? "Ich glaube nicht", sagt er. Warum nicht? "Das frage ich mich auch manchmal." Rob Maas geht es in dieser Hinsicht nicht anders als jedem Hobbyfußballer, der in der Kreisliga spielt. Oder besser: nicht spielt, weil der Trainer elf andere für besser hält. Maas kennt diese Situation. Im Sommer 1998 kam er von Arminia Bielefeld nach Berlin, seitdem hat er, auch bedingt durch viele Verletzungen, erst zwölf Bundesligaspiele für Hertha BSC bestritten. In der vorigen Saison waren es sechs, nur eins davon über die volle Distanz - das letzte der Saison in Kaiserslautern.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de In dieser Saison geht es für den 31-jährigen Holländer so weiter wie gewohnt: Zwei Begegnungen sind vorüber, und Maas hat mal wieder keine einzige Minute gespielt. Die nächste Möglichkeit böte sich heute in Freiburg. Marcelinho ist mit der brasilianischen Nationalmannschaft unterwegs, Kostas Konstantinidis plagt sich mit Adduktorenproblemen, zwei Plätze gilt es neu zu besetzen. "Rob wäre eine Alternative", sagt Trainer Jürgen Röber. Michael Hartmann, René Tretschok und Pal Dardai wären es ebenfalls. "Wenn man logisch nachdenkt", sagt Maas, "müsste Stefan Beinlich auf den Platz von Marcelinho rücken und ich dafür an seine Stelle ins defensive Mittelfeld."

Die Situation ist für ihn unbefriedigend. In der vorigen Saison hat Maas daher lange darüber nachgedacht, den Verein zu verlassen. Dann ist er doch geblieben, weil man ihm signalisiert hatte, dass er noch gebraucht werde. Für ihn war es "ein positives Zeichen", als man ihm sagte: "Wir haben uns gefreut, dass du wieder da bist." Die Vorbereitung lief gut, in den meisten Testspielen stand er in der Anfangself, "und dann bin ich als Erster wieder rausgefallen".

Es ist nicht so, dass Trainer Röber die Fähigkeiten des Holländers nicht zu schätzen wüsste. Im Gegenteil: "Rob geht mit dem Kopf dahin, wo andere mit dem Fuß hingehen", sagt Röber. "Der hängt sich immer rein." Auch jetzt, im Training. Aber die, "die hinten dran sind, trainieren alle gut", sagt Röber. Unzufriedene Reservisten sind das Letzte, was Hertha jetzt braucht. Eher braucht Hertha jemanden, der die Lethargie vertreibt und die schweren Gedanken, einen, der mal dazwischenhauen kann, die Mitspieler mitreißt. So wie Maas. Der sagt von sich, er kenne auf dem Platz keine Rücksicht. "Respekt für meinen Gegner habe ich nach dem Spiel."

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