Hertha BSC : Drobny fördert Herthas Jugend

Zur Strafe für seine Kritik muss der Torwart zahlen. Der Jugendakademie von Hertha BSC geht es nicht viel besser als dem Bundesligateam, das vor dem Abstieg in die Zweite Liga steht.

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Berlin Die Zeiten guter Nachrichten aus der Jugendakademie liegen jedenfalls etwas zurück. Einst brachte sie viele Talente hervor, die sogar zu Stammspielern beim Berliner Bundesligisten wurden. Einst. Gestern gab es für die Akademie immerhin eine kleine gute Nachricht. Profitorwart Jaroslav Drobny wird die Nachwuchseinrichtung mit einem großzügigen Scheck bedenken. Nicht ganz freiwillig allerdings.

Vorausgegangen war eine Undiszipliniertheit des Torwarts aus Tschechien, der nach der Heimniederlage gegen Schalke die Qualität seiner Mitspieler, indirekt aber auch die von Manager Michael Preetz in Frage gestellt hatte. „Nur zwei Heimtore in der Rückrunde – das ist lächerlich! Das ist kein Pech, sondern fehlende Qualität“, hatte der 30-jährige Drobny gesagt. Und: „Ich habe die ganze Zeit die Frage im Kopf: Warum haben wir eigentlich Marko Pantelic gehen lassen? Mit ihm wäre das nie passiert.“

Das hat weder Trainer Friedhelm Funkel noch dem Manager gefallen, die bereits am Sonntag Konsequenzen angekündigt hatten. Gestern bestellten sie Drobny zu einem Gespräch, in dem sie ihm auch mitgeteilt haben dürften, dass es an der Zeit wäre, einen Scheck für die Akademie fertig zu machen.

Das alles ändert herzlich wenig daran, dass Drobny nur ausgesprochen hat, was viele Fußballfans denken. Demnach hat Preetz als Nachfolger von Dieter Hoeneß in der Zusammenarbeit mit Herthas früheren Trainer Lucien Favre bei der Zusammenstellung des Kaders für diese Saison versagt. Die Transfers des vorigen Sommers waren allesamt Flops, insbesondere im Sturm. Ein Grund dafür war die schwierige wirtschaftliche Hinterlassenschaft von Hoeneß sowie eine Fehleinschätzung der Klubführung: Favres Anteil an Platz vier der Vorsaison wurde möglicherweise überschätzt. Dass Drobny dies jetzt öffentlich ausspricht, liegt daran, dass er nicht auf einen neuen Vertrag bei Hertha angewiesen ist. Den Verein, bei dem Preetz offenbar Manager bleibt, wird er wohl nicht in die Zweite Liga begleiten.

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