Sport : Hertha BSC: Ein Deisler für die Abwehr

Michael Rosentritt

Gute Kontakte zum SSV Reutlingen können sich auszahlen. Und wer es dann noch auf sich nimmt, ein Spiel des baden-württembergischen Nachwuchses anzusehen, ist ganz auf der sicheren Seite. Dieter Hoeneß kann beides für sich in Anspruch nehmen, und deswegen konnte der Manager von Hertha BSC gestern vor die Kameras treten. An seiner Seite hatte er Denis Lapaczinski. Der 19-jährige Abwehrspieler des Zweitligisten Reutlingen wird im Juli zu Hertha wechseln. "Wir sind stolz, dass wir eines der größten deutschen Defensivtalente an uns binden konnten", sagte Hoeneß, "er hat sich trotz attraktiver Konkurrenz für uns entschieden. Bei uns wird er sich zum Stammspieler entwickeln."

Vor einigen Tagen schon hatten beide Seiten Einigung über einen Vertrag bis 2005 erzielt. Nach der erfolgreichen sportärztlichen Untersuchung am gestrigen Tag steht dem Transfer nichts mehr im Weg. Herthas Trainer Jürgen Röber unterstellte dem U 20-Nationalspieler "gute Voraussetzungen und die Veranlagung, sich bei uns als großer Spieler zu etablieren". An Lapaczinski waren außer Hertha einige Bundesligisten sowie Arsenal London und Juventus Turin interessiert. "Ich freue mich auf Berlin und die Mannschaft", sagte Lapaczinski, "ich hoffe, dass ich mich hier ähnlich gut entwickeln kann wie Sebastian Deisler."

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"Seinen Werdegang habe ich sehr intensiv verfolgt", sagte Hoeneß. Mit dessen Sohn spielte Lapaczinski einst in der baden-würt

tembergischen Auswahl. Was dazu führte, "dass ich mit Sicherheit der Erste war, der sich neben seinem jetzigen Verein wirklich für ihn interessierte", sagte Hoeneß. Angeblich sollen die Berliner drei Millionen Mark Ablöse bezahlt haben, eine Summe, die für einen Zweitligaspieler nicht zu verachten ist. "Es ist nicht nur eine Investition in die Hoffnung, dass aus ihm mal was wird", sagte Hoeneß. "Er ist trotz seines Alters schon jetzt ein Führungsspieler in der Zweiten Liga. Aber sein Potenzial ist noch lange nicht abschließend entwickelt. In einem Jahr wäre er nicht mehr für dieses Geld zu haben gewesen."

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