Hertha BSC : Ein schöner Tag für Michael Preetz

Der Manager von Hertha BSC hat beim Hallenturnier der Traditionsmannschaften in Berlin endlich wieder ein Erfolgserlebnis.

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Er kann’s noch. Michael Preetz schoss ein Tor gegen die ehemaligen Profis des 1. FC Union, wirklich freuen wollte er sich darüber...Engler

Berlin - Michael Preetz war nicht nach einer großen Jubelgeste zumute. Der Manager von Hertha BSC hatte beim Hallenturnier der Traditionsmannschaften gerade das vorentscheidende Tor zum 3:2 gegen die Auswahl des 1. FC Union erzielt – und sprang trotzdem ohne ein einziges Anzeichen von Jubel an der Seitenlinie über die Bande. Einen Tag vor dem ersten Rückrundentraining seiner abstiegsbedrohten Profis hatte Preetz sich einfach selbst ausgewechselt. In der Halle war der Manager zuvor wenigstens erfolgreicher gewesen als Herthas Mannschaft in der Bundesliga. Selbst der 3:3- Ausgleich Unions konnte den Halbfinaleinzug des Erstligisten nicht mehr verhindern, durch ein 5:3 gegen Bayer Leverkusen zog Hertha sogar ins Finale des Turniers gegen den 1. FC Köln ein, verlor das Endspiel aber 3:6 – obwohl Preetz zwei Tore erzielte. „Schön, dass Michael Preetz mal so etwas Schönes erleben durfte“, sagte Herthas Torwarttrainer Christian Fiedler, der zuvor auf dem Kunstrasen eine gute Figur gemacht hatte. „Wir wollten das Jahr positiv starten.“

Union hingegen war nach dem Remis gegen Hertha und einem 2:4 gegen Werder Bremen schon nach der Vorrunde ausgeschieden. Christian Beeck, das Manager-Pendant von Preetz beim Zweitligisten, hatte trotzdem seinen Spaß gehabt, seinen 2:2-Ausgleichstreffer gegen Hertha hatte er zuvor stürmisch gefeiert. „Das war lustig. Fußball ist ein Laufsport“, schnaufte Beeck, von seinem Einsatz gezeichnet. Besondere Genugtuung, weil er gegen den Stadtrivalen getroffen hatte, verspürte Beeck jedoch nicht: „Ich habe früher so selten Tore geschossen. Da darf man sich auch mal freuen.“ Auf dem Feld gab es keinen einzigen direkten Kontakt zwischen Verteidiger Beeck und Stürmer Preetz. Absicht war das aber nicht. „Ich bin früher auch keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen“, sagte Beeck. Ohnehin war zu sehen, dass auch ehemalige Profis noch durchaus verbissen zur Sache gehen können. Beim ersten Halbfinale zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln (3:4) gab es kurz vor dem Abpfiff sogar eine kleine Rauferei – mittendrin der in Berlin lebende ehemalige Bremer Uli Borowka.

Im zweiten Halbfinale gewann Hertha gegen Bayer Leverkusen 5:3. Zu diesem Zeitpunkt waren viele der enttäuschten Union-Fans schon auf dem Heimweg. Zuvor hatten sie allerdings noch eine kleine Provokation hinnehmen müssen. Im Stadtduell war ein junger Hertha-Fan Sekunden vor dem Ende über die Bande auf den grünen Kunstrasen gesprungen. Offensichtlich hatte ihn der Führungstreffer von Michael Preetz dazu animiert, die in der Überzahl befindlichen Union-Fans unter den 6112 Zuschauern in der Max- Schmeling-Halle ein bisschen zu reizen.

Mit wehendem Schal rannte der Fan unbehelligt an den früheren Hertha-Profis Fredi Bobic und Axel Kruse vorbei. Selbst als ein Union-Spieler dem Störenfried ein Bein stellte, hatte der noch nicht genug. Als sich der Wachschutz dann in Bewegung setzte, reichte sein Vorsprung dem Flitzer noch für gekonnte Sprüngen über die Bande und die Pressetische. Fast hätte der junge Mann sogar die Flucht über die Ränge schadlos überstanden. Doch als sich ihm ein stämmiger Zuschauer mit Union-Schal in den Weg stellte, war es vorbei mit dem Ausflug. Nun hatte die Security die Situation im Griff.

Die kurze Störung war aus Sicht von Hertha BSC allerdings das einzig Negative an diesem Tage. „Für uns ehemalige Herthaner war es ein schönes Erlebnis“, sagte Michael Preetz. „Aber der Alltag beginnt am Sonntag.“

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