Sport : Hertha BSC: Eine Plattform für viel Blödsinn

Klaus Rocca

Unter www.icons.com/de/pinto legte Roberto Pinto los: "Ich habe nun gehört, dass in manchen Zeitungen vermeldet wurde, dass ein Wechsel von mir zu Hertha BSC Berlin perfekt sein soll. Ich kann diese Meldungen jedoch nicht bestätigen. Es ist noch nichts perfekt, die Meldungen sind falsch." Dieter Hoeneß registrierte es mit gemischten Gefühlen. Der Berliner Manager spricht zwar nur von einem "sehr guten Gefühl", was bei ihm jedoch so viel heißt, dass Pinto kommt. Eingeweihte Kreise wollen wissen, der Mann vom VfB Stuttgart unterziehe sich am Wochenende in Berlin einem medizinischen Check und unterschreibe dann beim Berliner Fußball-Bundesligisten. Was bei Hoeneß gemischte Gefühle hervorruft, ist die Sache mit der Meldung auf Pintos Homepage. Hoeneß sagt: "Wir müssen die Spieler vor sich selbst schützen."

Zum Thema Online Spezial: Hertha BSC Wie das? "Diese Meldungen übers Internet werden in der Regel von Firmen, Organisationen oder anderen Interessengruppen verbreitet", sagt Hoeneß. "Der einzelne Spieler hat doch meist gar keinen Einfluss mehr darauf." Das könnte etwa Bayern Münchens Brasilianer Giovane Elber bestätigen. Als er kürzlich über seine Homepage die Einkaufspolitik des FC Bayern kritisierte und "millionenschwere Verstärkungen" forderte, bekam Elber Ärger mit seinem Arbeitgeber. Sein Hinweis, er habe die Meldung gar nicht selbst verfasst, half ihm wenig. Rosenborg Trondheim hat gerade seinen Spielern eigene Homepages untersagt. Die hatten über ihre Internet-Seite Fanartikel angeboten und am Erlös partizipiert.

Bei Hertha hat man das Problem längst erkannt. Hoeneß sagt: "Da sind einige Dinge zu klären, weil auch vermarktungsrechtliche Fragen tangiert werden und es auch um viel Geld geht." Michael Preetz und Eyjölfur Sverrisson sind sich der Problematik bewusst. Beide haben sich beim Verein die Erlaubnis zur Einrichtung ihrer Homepage geholt. Preetz ("Man muss damit verantwortungsvoll umgehen, was bei manchen Kollegen nicht der Fall ist") lässt seine Seite von einem Journalisten bearbeiten, "zu dem ich volles Vertrauen habe". Mit ihm bespreche er sich, er selbst sei "voll verantwortlich" für den Inhalt. Im Übrigen, sagt Preetz, "habe ich die Homepage nicht aus kommerziellen Gründen eingerichtet, sondern weil ich eine Plattform haben wollte, auf der ich mich darstellen kann".

Eine Homepage hat auch Dariusz Wosz, freilich ohne die Erlaubnis vom Verein einzuholen. Was ein Grund dafür sein könnte, dass Herthas Mittelfeldspieler derzeit schlechte Karten hat. "Es darf nicht sein, dass Wosz im Internet Meldungen verbreitet, die nicht richtig durchdacht und nicht quergelesen sind", sagt Hoeneß. Wosz hatte erst kürzlich Trainer Jürgen Röber attackiert. Der nahm es gelassen: "Ich habe anderes zu tun, als Dareks Homepage zu lesen."

Markus Hörwick hat eine eigene Meinung zum Thema. "So eine Homepage", sagt der Pressesprecher des FC Bayern, "ist nur eine weitere Publikation, um Blödsinn zu erzählen."

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