Sport : Hertha BSC: Es gilt zu retten, was keiner wollte - den Uefa-Cup-Platz

Michael Rosentritt

Irgendwann in den nächsten Tagen "werden wir merken, welche Chance wir eigentlich ausgelassen haben", sagte Dieter Hoeneß und meinte sein hochbezahltes Personal. Dem Manager von Hertha BSC war auf den ersten Blick anzumerken, dass er nicht so lange braucht. "Dass wir nur noch eine theoretische Chance auf die Champions League haben, ist ärgerlich. Das hätte nicht sein müssen", sagte er und nicht mehr. Denn "dafür ist das Spiel noch zu nah und zu viel Adrenalin dabei".

Die nächsten Tage werden ungemütlich werden. Nach dem 1:1 gegen Leverkusen wird es ungleich schwerer. Die Berliner müssen nach Kaiserslautern. "Die Champions League können wir wohl abhaken. Jetzt haben wir ein richtiges Endspiel", sagte Michael Preetz. Ein Punkt würde reichen, um wenigsten noch den Uefa-Cup zu erreichen. Zwischen der Champions League und diesem zweitklassigen Wettbewerb liegen rund 35 Millionen Mark. Champions League heißt Entwicklung, Uefa-Cup bedeutet Stillstand. Der nun drohende Imagesschaden ist noch nicht absehbar, finanziell, so Hoeneß, hält er sich angeblich in Grenzen. "Wir werden weiter voran kommen, aber das ist jetzt nicht mehr so leicht kalkulierbar." Die teuren Neuzugäng Goor und Marcelinho, für die Hertha um die 25 Millionen Mark ausgeben muss, sind angezahlt, mehr nicht.

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Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Aber nicht mal das Minimalziel, der Uefa-Cup, ist gesichert erreicht. Sollte Hertha nicht punkten und zeitgleich Freiburg und Bremen gewinnen, droht der UI-Cup. UI-Cup gleich Rückschritt. Aufjaulen dürfte niemand. Zu auffällig war die Schwäche gegen Spitzenmannschaften der Liga. Gegen die Bayern und Schalke 04 wurde jeweils zweimal verloren, gegen Dortmund, Leverkusen und Kaiserslautern jeweils einmal. Gegenüber stehen ein glücklicher Sieg über Dortmund und ein noch glücklicheres Unentschieden gegen Leverkusen. "Wir müssen uns auf diese Spitzenspiele einstellen", sagt Hoeneß, "das wird ein Thema für die kommende Saison."

Sebastian Deisler ist längst ein Thema. Auch für die Bayern. Sollte Hertha doch noch in den Uefa-Cup einziehen, würde sich dessen Vertrag automatisch von 2002 auf 2004 verlängern. Allerdings würde gleichzeitig ein andere Klausel greifen, wonach er im kommenden Sommer für 18 Millionen Mark Ablöse den Verein verlassen könnte. Deisler ist aber die Zukunft Herthas. Ein neuer Vertrag mit einer Laufzeit bis 2005 ist ihm von Hertha angeboten worden. Das Erreichen der Champions League wäre ein wertvolles Argument gewesen. Aber wie gesagt, noch hat das nicht jeder bemerkt.

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