Hertha BSC gegen Hamburger SV : Spielphilosophie durchziehen und gewinnen

Gegen den Hamburger SV will Hertha-Trainer Dardai zwar mutig aufstellen, für Ronny ist hinter Ibisevic und Kalou aber trotzdem kein Platz frei.

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Wer läuft gegen den Hamburger SV für Hertha BSC im Sturm auf: Vedad Ibisevic (l.), Salomon Kalou - oder sogar beide?
Wer läuft gegen den Hamburger SV für Hertha BSC im Sturm auf: Vedad Ibisevic (l.), Salomon Kalou - oder sogar beide?Foto: imago

Ronny wird Hertha BSC erhalten bleiben. Das kann man finden, wie man will. Für die einen ist der schussstarke, aber latent lauffaule Brasilianer die sympathischste Erscheinung des Klubs neben Maskottchen Hertinho. Andere hingegen fragen sich, wie es passieren konnte, einem solchen aus der Zeit gefallenen Spieler mit einem gefühlt ewigen Vertrag (bis 2017) ausgestattet zu haben? Vielleicht wird der 29-Jährige seinen Vertrag aussitzen, vielleicht fehlt ihm auch irgendwann mal der Wettkampf. Das Heimspiel am Samstag gegen den Hamburger SV wird er erneut aus der sicheren Entfernung eines Tribünenplatzes erleben.

Die Entwicklung der neuen Hertha-Mannschaft ist über Ronny hinweggefegt. Hertha kommt vor allem über Laufbereitschaft, nix für Ronny. Vor allem haben die positiven Ergebnisse neues Selbstvertrauen „freigesetzt“, wie es Manager Preetz sagt. „Das Selbstverständnis in der Mannschaft ist gestiegen.“

4-4-2, 4-1-4-1 oder 4-2-3-1?

Und so wird Pal Dardai sein Team auch gegen den HSV mutig aufstellen. „Wir wollen auf Sieg spielen, also auch mit zwei Stürmern“, sagt der Trainer. Bereits in den beiden vergangenen Spielen standen in Salomon Kalou und Vedad Ibisevic zwei Stürmer in der Startelf – gegen Köln (2:0) im klassischen 4-4-2-System, auswärts in Frankfurt (1:1) im 4-1-4-1, das dann zum 4-2-3-1 wurde. Kalou und Ibisevic bildeten in Frankfurt keine Doppelspitze wie noch im Heimspiel gegen Köln. Für welches System sich Dardai entscheidet, hängt auch von der Spielweise des Gegners und den Qualitäten des jeweiligen Innenverteidiger-Pärchens ab.

Für Vedad Ibisevic liegen die Vorteile eines Zwei-Stürmer-Systems auf der Hand. „Du musst nicht gegen zwei Innenverteidiger spielen, sondern eins gegen eins. Dadurch ist es einfacher“, sagt der bosnische Nationalstürmer, der gegen Köln zwei Tore schoss.

Vor allem muss ein Stürmer seiner Qualität entsprechend mit Flanken und Pässen bedient werden. In Ibisevic hätte er endlich einen echten Mittelstürmer, sagt Dardai: „Er ist groß, kopfballstark und kann vor dem Tor töten.“ In Kalou sehe er eher einen Stürmer, der um Ibisevic herum spielen kann, der Wege sucht, der sich immer wieder absetzen und sich entziehen kann. „Mit Salomon kann ich sehr gut klarkommen“, sagt Ibisevic.

"Die Mannschaft belohnt sich gerade"

Hertha möchte das neue Selbstvertrauen mit ins Spiel gegen den HSV nehmen, auf dass es die Mannschaft trägt. „Wenn wir einen dritten Heimsieg hinkriegen, wäre das schön, dann wächst etwas zusammen“, sagt Dardai. Seine Mannschaft sei sehr gut drauf, „wir wollen wieder unsere Spielphilosophie durchziehen und gewinnen.“ Mehr als 60 000 Zuschauer werden im Olympiastadion erwartet, für Dardai eine Chance, die die Mannschaft ausnutzen sollte. „Die Mannschaft belohnt sich gerade“, sagt Preetz, sie sehe, dass die Dinge, die trainiert werden, funktionieren, „sogar schneller als gedacht“.

Nicht im Aufgebot werden Thomas Kraft und John Anthony Brooks stehen. Torhüter Kraft hat seine Schulterverletzung noch nicht auskurieren können. Möglicherweise wird er, der aktiv kurieren wollte, jetzt auch aus dem Trainingsbetrieb genommen. Brooks hingegen zog sich am Mittwoch noch eine Sprunggelenksverletzung zu. Beide können sich am Samstag in den Rang setzen, zu Ronny.

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