Hertha BSC gegen Hoffenheim : Alter Kaffee

Schon einmal hat Hertha BSC gegen die TSG Hoffenheim den Abstieg verhindert – zumindest den direkten. Im Jahr 2012 gelang am letzten Spieltag ein 3:1 gegen die Hoffenheimer.

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Drei Fäuste für die Relegation. Kraft (l.) und Ronny frohlockten, weil sie gegen die TSG schon einmal dem direkten Abstieg entkamen. Runter mussten sie trotzdem.
Drei Fäuste für die Relegation. Kraft (l.) und Ronny frohlockten, weil sie gegen die TSG schon einmal dem direkten Abstieg...Foto: picture alliance/dpa

So schnell wird sich Pal Dardai nicht mehr auf eine Kaffeefahrt mit seiner Mannschaft einlassen. Diese eigenwillige Trainingseinheit, mit der neulich der Trainer von Hertha BSC der „mentalen Müdigkeit“ seiner Spieler entgegenwirken wollte, endete ungewünscht (0:2 in Dortmund). Dardai kehrte zu üblichen Inhalten in der Trainingsarbeit zurück, zuletzt konnte seine Mannschaft im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt durch ein 0:0 wenigstens den direkten Abstieg verhindern. Und so bestellte Pal Dardai auch gestern seine Spieler wieder zur Videoanalyse ein. Denn ganz durch ist Hertha noch nicht. Für den letzten Spieltag am Samstag bei der TSG Hoffenheim wünscht sich der Trainer „hinten ein zu null und vorn ein Törchen“, wie er sagte. Ein Unentschieden würde den Berlinern auch schon reichen; unter gewissen Umständen kann sich Hertha sogar eine dünne Niederlage leisten.

Zuletzt, kurz vor Weihnachten, gab es gegen die TSG ein 0:5, der tiefste einer mit Tiefpunkten gesegneten Hinrunde, an der die Berliner bis heute zu schleppen haben.

Womöglich hat Pal Dardai sich Sequenzen aus einem Duell beider Mannschaften zusammenschneiden lassen, das schon einmal von besonderer Bedeutung war, jenes vom Mai 2012 zum Saisonabschlussspiel im Olympiastadion. Hinter Hertha lagen zu diesem Zeitpunkt wilde Trainerwechsel von Markus Babbel über Michael Skibbe und René Tretschok bis hin zu Otto Rehhagel sowie eine Rückrunde, die Hertha nach zwölf Niederlagen bei je zwei Unentschieden und Siegen an den unteren Rand gespült hatte. Nur mit einem Sieg hätte Hertha dem direkten Abstieg noch entkommen und die Relegation erreichen können. Bis dahin hatte Hertha in 16 Rückrundenspielen nur acht Punkte geholt. „Große Worte, keine Taten“ und „Maul halten und kämpfen“, stand auf zwei Transparenten in der Fankurve der Berliner im Olympiastadion.

Dem Heimsieg folgte das bittere Saisonfinale

Hertha besiegte Hoffenheim damals nach Toren von Änis-Ben-Hatira (zwei) und Raffael mit 3:1. „Wir sind nur unendlich froh, dass wir nach so einer beschissenen Rückrunde vom lieben Gott noch die Chance bekommen haben, die Relegation zu spielen“, hatte Peter Niemeyer gleich nach dem Spiel gesagt. Der 1. FC Köln spielte damals den lieben Gott, verlor zeitgleich gegen die Bayern, und so erreichten die Berliner die Verlängerung über die beiden Ausscheidungsspiele gegen den Tabellendritten der Zweiten Liga, Fortuna Düsseldorf. Der Ausgang ist dem Hertha-Anhang leidlich bekannt.

Trotz des Sieges über die TSG am letzten Saisonspieltag konnte Hertha die vermaledeite Spielzeit nicht mehr retten und stürzte nach 2010 erneut in die Unterklassigkeit ab. Ein solches Szenario droht den Berlinern nur noch theoretisch, weil sie in der Tordifferenz zwölf Tore besser sind als der Hamburger SV, der ihnen gefährlich werden könnte.

In die Ausscheidungsspiele müsste Hertha nur bei einer eigenen Niederlage mit zwei Toren Unterschied, wobei zeitgleich Hannover gegen Freiburg remis spielen und Stuttgart in Paderborn gewinnen müsste. Aber darauf sollte es Hertha nicht zwingend ankommen lassen.

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