Sport : Hertha BSC - Hansa Rostock: Hoeneß zeigt Rehmer sein Pokerface

Klaus Rocca

Bleibt er oder geht er doch? "Wir haben Gespräche mit allen beteiligten Vereinen geführt, und Marko wird sich am 15. März erklären", sagte gestern Jörg Neubauer, der Berater von Marko Rehmer. Bekanntlich muss bis zum 15. März geklärt sein, ob der Nationalspieler Hertha BSC verlässt. Beim Berliner Fußball-Bundesligisten sieht man der Entscheidung gelassen entgegen. "Marko hat einen sehr guten Vertrag. Wir werden ihm keinen Pfennig mehr anbieten. Schon deswegen nicht, weil das sonst Neid bei seinen Mitspielern erwecken könnte", kommentierte Manager Dieter Hoeneß.

Ginge Rehmer, würde Hertha die dann fällige Ablösesumme von 16,5 Millionen Mark neben den ohnehin vorgesehenen 10 Millionen in Verstärkungen investieren. "Dabei geht es uns aber vorrangig um die Offensive", sagt Hoeneß. Auch wenn er es nicht bestätigen wollte, spricht vieles dafür, dass Victor Agali von Hansa Rostock kommen wird. Der Nigerianer, mit dem Hertha mehrere Gespräche geführt hat, hat mehrfach betont, er wolle sich verändern.

Wahrscheinlich ist, dass die ebenfalls ins Gespräch gebrachten Roberto Pinto und Marco Bode nicht das Hertha-Trikot überstreifen werden. Aus Stuttgart wurde gestern gemeldet, Pinto werde voraussichtlich seinen Vertrag beim VfB verlängern. Vom SV Werder Bremen ist zu hören, Nationalspieler Bode werde "mit 58 bis 69prozentiger Sicherheit" in Bremen bleiben. Dass er bislang noch zögert, wird mit dem Pokern um bessere Bezüge begründet. Bode, gerade Vater geworden, hat nach Angaben von Hoeneß ein Gespräch mit Hertha geführt, doch der ihm vorschwebende Einjahresvertrag ist offenbar nicht im Sinne des Berliner Klubs. Sicher ist bislang nur, dass Lapaczinski (bislang SSV Reutlingen) kommt und Neuendorf aus Leverkusen zurückkehrt.

Trainer Jürgen Röber drücken derweil andere Sorgen. Im heutigen Spiel gegen Hansa Rostock (15.30 Uhr, Olympiastadion) muss er weiterhin auf Rehmer, Sebastian Deisler und Stefan Beinlich verzichten. Die beiden Letztgenannten sollen jedoch Mitte der nächsten Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. "Wir hoffen, Sebastian in der Endphase der Saison komplett zur Verfügung zu haben", sagt Röber.

Nicht dabei ist heute der gesperrte Dariusz Wosz, Fragezeichen stehen hinter Kostas Konstantinidis und Josip Simunic, wohl auch hinter Dick van Burik. Andreas Thom, der zuletzt ein Comeback im Profiteam feierte, steht dagegen im Kader. Ob er spielt, ließ Röber offen. Sicher ist er sich, dass "meine Mannschaft nach dem Heimsieg gegen Unterhaching den Kopf wieder frei hat". Durch die Siegesserie der zuletzt dreimal erfolgreichen Rostocker lässt er sich nicht beeindrucken: "Für uns sind drei Punkte Pflicht. Aber auch bei einem Sieg werden wir nicht von der Deutschen Meisterschaft reden." Wie meinte doch Hoeneß: "Die Mannschaft steckt in einem fußballerischen Tal." Was bei den vielen Ausfällen freilich nicht verwunderlich ist.

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