Hertha BSC : Hoeneß: Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Dieter Hoeneß will Hertha BSC in den kommenden Jahren unter den besten drei Fußball-Clubs in Deutschland etablieren.

Berlin (24.08.2005, 15:10 Uhr)) - Den lange Zeit in der Bedeutungslosigkeit verschwundenen Hauptstadt-Verein sieht er mittlerweile als sein Lebenswerk an. «Was wir hier begonnen haben, wollen wir perfektionieren», sagte der Manager am Mittwoch, einen Tag nach seiner Vertragsverlängerung bei den Berlinern bis 2010. «Ich werde nicht mehr für einen anderen Verein arbeiten, wenn ich diesen Vertrag erfüllt habe», fügte der Ex- Nationalspieler hinzu, der 1996 als Vizepräsident zum damaligen Zweitligisten gekommen war.

Hertha BSC gehört laut Hoeneß national inzwischen dauerhaft zu den Top fünf, die Potenziale seien aber noch nicht ausgeschöpft. «Irgendwann wird es nur noch eine logische Konsequenz sein, dass wir auch mal einen Titel holen», erklärte der Vizeweltmeister von 1986. Einen Vergleich mit Bayern München, das am Samstag im Spitzenspiel die Berliner empfängt, lehnte er als nicht korrekt ab. Beim Rekordmeister ist sein Bruder Uli seit 26 Jahren Manager. «Als er begonnen hat, waren die Bayern schon drei Mal Europapokalsieger», sagte Dieter Hoeneß und forderte für Hertha BSC Zeit zum Reifen.

Neben der weiteren Verstärkung der Nachwuchsarbeit und der Fertigstellung des Vereinszentrums soll beim einstigen Skandal-Club in den kommenden Jahren vor allem die wirtschaftliche Basis verbessert werden. Derzeit könne sich Hertha BSC keinen dicken Fisch angeln, sagte Hoeneß, bekundete aber weiter Interesse an einer Verpflichtung von Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz, dessen Vertrag in München im kommenden Jahr ausläuft. Eine Verpflichtung noch für diese Saison war nicht zu Stande gekommen. Eine Anfrage beim Dortmunder Torjäger Jan Koller mache derzeit keinen Sinn, sagte Hoeneß.

Der Hertha-Aufsichtsratsvorsitzende Rupert Scholz forderte für die kommenden Jahre neben sportlichen Erfolgen dauerhaft schwarze Zahlen. Auf Grund der Verbindlichkeiten, die Hoeneß auf knapp 19 Millionen Euro bezifferte, sei die Hertha-Politik «nicht die der großen Sprünge», erklärte der frühere Verteidigungsminister. Hoeneß will die kurz- und mittelfristigen Schulden in langfristige umwandeln. Er schloss erneut nicht aus, dass der Club dafür eine Anleihe aufnimmt. Nach den finanziellen Belastungen für die Arbeit der vergangenen Jahre und der Mindereinnahmen wegen der Kirch-Krise und dem Umbau des Olympiastadions rechnet Hoeneß damit, dass Hertha BSC in drei Jahren wieder Gewinne erwirtschaften kann.

Nach der Verlängerung seines Engagements wird er selbst nun weitere Personalien angehen. Gespräche mit Trainer Falko Götz kündigte Hoeneß für Herbst an. Wahrscheinlich ist auch nach Darstellung von Scholz der Verbleib von Geschäftsführer Ingo Schiller und des früheren Torjägers Michael Preetz, der Hoeneß unterstützt.

Götz führte am Dienstag ein Gespräch mit Regisseur Marcelinho, wollte sich am Mittwoch aber nicht zu Details äußern. Hoeneß hatte den Mittelfeldstar am vorigen Samstag während des DFB-Pokalspiels in Koblenz vor Beginn der Verlängerung massiv kritisiert. Marcelinho fühlte sich nach der öffentlichen Standpauke gekränkt und hatte nach seinem Tor zum 2:2 mit Drohgebärden Richtung Hertha-Bank reagiert. (tso)

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