Hertha BSC : "In Berlin kann ich mich entwickeln"

Mineiro geht, Marc Stein kommt. Er gilt als Wunschspieler von Trainer Lucien Favre.

Claus Vetter

StegersbachAm Montagmorgen wurden bei Hertha BSC die Zäune am Trainingsplatz geschmückt. Riesige Werbebanner versperrten vorübergehend die Sicht auf die Naturkulisse, die das bergige Burgenland rund um das Stadion von Stegersbach bietet. Aber der Hauptsponsor des Fußball-Bundesligisten musste nun mal in die Objektive der Fotografen gerückt werden, auch im Trainingslager in Österreich. Vor den Transparenten mit dem Slogan "Zukunft bewegen“ bewegten sich die Hertha-Profis. Jedenfalls die, die etwas bewegen sollen: Mineiro zählt nicht mehr dazu. Gestern gab Hertha bekannt, dass der Vertrag mit dem Brasilianer nicht verlängert wird.

Mineiro wird bald 33, nicht nur wegen seines Alters spielte er in den Planungen von Lucien Favre keine Rolle mehr. Defensiv zwar stark, aber offensiv nicht stattfindend: Solche Mittelfeldspieler braucht Herthas Trainer nicht. Vielleicht hat sich der Klub sogar zum rechten Zeitpunkt von einem Stück Vergangenheit verabschiedet, zumal es junge Spieler im Team gibt, die etwas bewegen könnten: Marc Stein ist wohl einer der aussichtsreichsten Kandidaten, wenn es um Herthas Zukunft geht. 23 Jahre alt ist der smart ausschauende junge Mann mit der modischen Blondfrisur gestern geworden. Für den Brandenburger, der einst beim Eisenbahner-Sportverein Lok Seddin das Fußballspielen erlernte, ist Hertha der Wunschklub überhaupt: "Hier brauche ich keine Anlaufzeit, um mich mit dem Verein zu identifizieren.“

"In Berlin kann ich mich weiterentwickeln"

Bei Hansa Rostock war das für den Verteidiger wohl etwas anders. Über den BFC Dynamo und Tennis Borussia wechselte er zu den Rostockern, wo er nach zwei Jahren Zweiter Liga vergangene Saison zu 29 Bundesligaeinsätzen kam. Hansas Abstieg muss Stein nun nicht mitmachen. Er habe mit der Unterschrift für drei Jahre bei Hertha BSC in seine Zukunft investiert, glaubt er. "In Berlin kann ich mich weiterentwickeln.“

Im Gegensatz zu Mineiro ist Stein ein Wunschspieler von Lucien Favre. Er werde sich auch so präsentieren, "dass der Trainer dann nicht an mir vorbeikommt“, sagt Stein. Am liebsten würde Stein bei Hertha linker Verteidiger spielen, um dann auch seine druckvollen Ausflüge in die Offensive starten zu können. Ein Uefa-Cup-Platz sollte das Saisonziel von Hertha für 2008/09 sein, sagt er. Den könne man sich aber auch auf dem Fußballplatz erarbeiten, "denn wir sollten nicht darauf hoffen, dass wir jedes Mal in der Fairplay-Wertung oben stehen und dann auch noch bei der Auslosung Glück haben“. 

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