Hertha BSC in der Europa-League-Qualifikation : Bröndby? Kann knapp werden!

Hertha BSC will in den Spielen gegen Bröndby die Europa League zu erreichen - einfach wird das kaum. Auch wenn Hertha gute Erinnerungen an die Kopenhagener Vorstadt hat.

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Obenauf. In der zweiten Qualifikationsrunde bezwang Bröndby am Donnerstagabend den Hibernian FC aus Schottland im Elfmeterschießen, hier jubelt Frederik Holst mit seinen Mitspielern.
Obenauf. In der zweiten Qualifikationsrunde bezwang Bröndby am Donnerstagabend den Hibernian FC aus Schottland im...Foto: Reuters/Sabroe

Pal Dardai, das hat er oft erzählt, ist ein Freund der frühen Nachtruhe. Am Donnerstag musste der Trainer von Hertha BSC seinen Feierabend allerdings wohl oder übel nach hinten verschieben, auf kurz vor elf. Dabei hatte Dardai in der Einheit am Vormittag noch erzählt, dass „genug Scouts von uns vor Ort sein werden“. Sie dürften einiges notiert haben an diesem langen Abend im Bröndby-Stadion, wo Herthas Gegner für die dritte Qualifikationsrunde zur Europa League ermittelt wurde. Nach 120 Minuten und Elfmeterschießen stand schließlich ein Sieger fest: Bröndby setzte sich 5:3 gegen Hibernian FC aus Schottland durch und trifft am nächsten Donnerstag (20.15 Uhr, Jahn-Sportpark) auf die Berliner. Das Rückspiel gegen die vom deutschen Trainer Alexander Zorniger betreute Mannschaft findet eine Woche später, am 4. August, in dem Vorort der dänischen Hauptstadt Kopenhagen statt.

„Das ist attraktiver Name“, sagte Pal Dardai am Freitag, „aber das wollten wir ja auch so.“ Der Berliner Trainer attestierte den Dänen nach zweieinhalbstündigem TV-Studium eine „gute Mannschaft, die leichtfüßigen Fußball spielt“. Bereits vor einigen Tage hatte Dardai betont, wie sehr er sich über ein Duell mit Bröndby freuen würde. „Sie haben zwei sehr gut Trainer“, sagte er – und meinte seinen Landsmann Tamas Bodog und eben Zorniger, den ehemaligen Coach des VfB Stuttgart, der seit Anfang Juli in Kopenhagen arbeitet und einen recht erfolgreichen Einstand hingelegt hat. In die dänische Liga ist Bröndby mit einem 4:0-Sieg gegen Esbjerg gestartet, am Sonntag steht das nächste Punktspiel gegen Silkeborg an, am Donnerstag dann der Ausflug nach Berlin.

Alexander Zorniger ist aus Berliner Sicht aber längst nicht der einzige alte Bekannte bei Bröndby. In der vergangenen Woche hat der Verein einen gewissen Hany Mukhtar bis zum Saisonende ausgeliehen. Mukhtar ist ein Zögling der Hertha-Akademie, bei der U-19-EM vor zwei Jahren erzielte er im Finale das 1:0-Sieg für die deutsche Mannschaft gegen Portugal, dummerweise konnte oder wollte Herthas damaliger Trainer Jos Luhukay in den Monaten darauf nicht viel mit dem Mittelfeldspieler anfangen. Also wechselte Mukhtar 2015 zu Benfica Lissabon, von wo aus er wiederum zu RB Salzburg und nun nach Kopenhagen ausgeliehen wurde. Falls Mukhtar in der Superliga überzeugt, besitzt Bröndby eine Kaufoption für den 21-Jährigen. Im aktuellen Kader des dänischen Klubs steht zudem ein weiteres bekanntes Gesicht aus der Bundesliga: der Finne Teemu Pukki, der zwischen 2011 und 2013 das Trikot von Schalke 04 trug.

„Ich erwarte knappe Spiele“, sagte Pal Dardai, „wir müssen sehr wachsam sein.“ Ein kleiner Vorteil könnte für die Dänen sein, dass sie sich bereits im regelmäßigen Spielbetrieb befinden, während Hertha an diesem Samstag seinem ersten wirklichen Gegner in der Vorbereitungsphase begegnet, dem niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar. Für diesen Test nimmt Dardai fast den gesamten Kader mit in die Niederlande, auch Neuzugang Ondrej Duda wird dabei sein. Lediglich die verspäteten Nationalmannschafts-Urlauber John Anthony Brooks und Peter Pekarik werden in Berlin bleiben, ebenso Kapitän Fabian Lustenberger, der unter einer Bauchmuskelzerrung leidet.

Grundsätzlich hat Hertha nicht die schlechtesten Erinnerungen an den kommenden Europapokal-Gegner: 2009 qualifizierten sich die Berliner schon einmal gegen Bröndby für die Gruppenphase der Europa League, auch diese Partie fand im Jahn-Sportpark statt. Nach einer 1:2-Niederlage im Hinspiel lag Hertha im Rückspiel ebenfalls lange hinten, 15 Minuten vor dem Abpfiff hieß es 0:1. In der Schlussviertelstunde drehten die Berliner das Spiel dank zweier später Treffer von Gojko Kacar – und dank eines Distanzschusses von Pal Dardai.

„Das war einfach“, sagte der Trainer am Freitag auf Nachfrage, „die Vorlage war super, da konnte ich nicht viel falsch machen.“

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