Hertha BSC : Jos Luhukay entlassen

Der Tag bei Hertha BSC erreicht am Mittag den Höhepunkt: Trainer Jos Luhukay ist entlassen. Pal Dardai und Rainer Widmayer übernehmen vorerst. Eine gute Wahl? Diskutieren Sie mit!

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Alles spricht für den Abgang, oder? Jos Luhukay.
Alles spricht für den Abgang, oder? Jos Luhukay.Foto: dpa

Update 13.15 Uhr: Hertha BSC bestätigt die Trennung von Jos Luhukay, Pal Dardai und der frühere Co-Trainer Rainer Widmayer betreuen die Mannschaft beim Auswärtsspiel am Samstag beim FSV Mainz 05. Lesen Sie mehr in unserem Live-Ticker.

Jos Luhukay war der erste, der nach dem Abpfiff am Mittwochabend treppabwärts von der Bildfläche des Olympiastadions verschwand, die Hände in den Taschen der dunkelblauen Daunenjacke vergraben. Vor ihm war gerade noch Sebastian Langkamp durch die enge Passage hin zum Kabinentrakt gestapft. Der Innenverteidiger hatte in der letzten Spielminute seine zweite Gelbe Karte gesehen, das bedeutete Platzverweis. Muss jetzt auch Luhukay gehen?
0:1 hatte Hertha BSC das Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen verloren, durch ein Stolpertor von Stefan Kießling zu Beginn der zweiten Halbzeit. Hertha hatte bis dahin ganz mitgespielt, jedenfalls weit besser als noch vor wenigen Tagen zum Rückrundenauftakt in Bremen. Aber wieder hat die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay nicht wirklich offensive Gefahr entfachen können, von einem Pfostenkopfball von Hajime Hosogai mal abgesehen. Doch wer fragt danach in Zeiten wie diesen. Es sieht nicht gut aus für Berlins führendes Fußballunternehmen. Der erneute Absturz in die Zweite Liga droht. Bereits 2010 und 2012 ist der Klub abgestiegen.
Nach zwei Spielen der Rückrunde sieht die Bilanz dürftig aus für die Berliner: null Siege, null Tore – „das ist die bittere Wahrheit“, wie es Kapitän Fabian Lustenberger nach Spielschluss sagte.

Die Vereinsführung steht nun mächtig unter Druck

Die Zeichen stehen auf also auf Trennung. Nach dem Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz steht auch die Vereinsführung mächtig unter Druck. Man wolle das Spiel „erst einmal sacken lassen“, sagte Manager Michael Preetz nach dem Spielschluss. Auf die Frage, ob Jos Luhukay am Samstag beim Punktspiel beim FSV Mainz noch auf der Trainerbank sitzen werde, antwortete Preetz ausweichend und „das kann ich Ihnen jetzt nicht sagen: Wir werden miteinander diskutieren und nicht übereinander“.

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In Dortmund wurde vor dem Anstoß dem am Sonntag verstorbenen Udo Lattek gedacht.Weitere Bilder anzeigen
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03.02.2015 22:46In Dortmund wurde vor dem Anstoß dem am Sonntag verstorbenen Udo Lattek gedacht.

Seine Mannschaft habe ein gutes Spiel gemacht, sagte Luhukay

Kurz zuvor hatte Luhukay seine Sicht auf das Spiel dargestellt. Seine Mannschaft habe ein gutes Spiel gemacht, Bereitschaft und Wille hätten gestimmt. Aber wer im Anhang möchte so etwas hören? Ein Teil des Berliner Publikums hat sich seinen Reim bereits gemacht. „Luhukay raus“, hallte es aus der Ostkurve. Für sie ist das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft verwirkt. Ob er das Gefühl habe, dass die Mannschaft und die Leitung des Klubs noch hinter ihm stehen, wurde Luhukay am späten Mittwochabend gefragt. „Ich glaube, das hat die Mannschaft heute über 90 Minuten gezeigt. Ich habe daran keine Sekunde gezweifelt“, antwortete der 51-Jährige.

Aus den letzten sieben Spielen haben die Berliner nur vier Punkte geholt, was im Anhang Erinnerungen an die Abstiege 2010 und 2012 wach werden lässt. „Wenn man auf Platz 17 steht, ist es gefährlich. Die Tabelle lügt nicht, wir haben zu wenig Punkte“, sagte Mittelfeldspieler Jens Hegeler. „Es wird enger“, ergänzte Stürmer Julian Schieber. Nach der Niederlage in Bremen sei eine gewisse Verunsicherung innerhalb der Mannschaft spürbar gewesen. Wieder sei es dem Team nicht gelungen, ein Tor zu schießen. „So kannst du keine Spiele gewinnen.“

Die Mannschaft könne sich nicht frei machen von den Diskussionen um den Trainer. „Die gehören zum Fußball dazu, doch wir können nicht beeinflussen, was in der Zeitung steht“, sagte Fabian Lustenberger. Auf die Frage, ob das Training noch Spaß mache mit dem Trainer zu arbeiten, sagte er: „jeder ist Profi, weil es ihm Spaß macht. das es im Moment nicht gut läuft, sieht auch jeder. Wir werden aber alles tun, um da rauszukommen.“

- Um 14.30 Uhr ist Auslaufen angesagt bei den Spielern von Hertha BSC. In Kürze mehr zum Thema.

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