Sport : Hertha BSC: "Keiner hat ein Problem"

Herr Röber[wann haben Sie die Entscheidung g]

Herr Röber, wann haben Sie die Entscheidung getroffen, trotz der feststehenden Trennung Ihren Vertrag bei Hertha zu erfüllen?

So sehr viel gab es da nicht zu überlegen. Natürlich kommen einem immer wieder Fragen, aber wichtig ist, dass ich es für machbar halte, die Mannschaft bis zum Saisonende mit Erfolg zu betreuen.

Mit einer solchen Situation sind aber auch Risiken verbunden?

Die kennen wir doch alle. Mein größter Wunsch ist, dass wir das, was wir hier angefangen haben, vernünftig über die Bühne bringen - in jeder Hinsicht.

Was macht Sie so optimistisch?

Es gab ja in den vergangenen Jahren immer wieder Phasen, wo es nicht so lief, wo wir am Boden lagen. Aber wir sind immer wieder aufgestanden und haben die Kurve gekriegt. Auch in Zukunft gilt für jeden: Entweder er bringt seine Leistung oder er ist draußen. Und ich bin sicher, dass die Spieler das begreifen. Schließlich wollen sie sich ja auch von Spiel zu Spiel empfehlen, möglicherweise auch für den dann auf der Tribüne sitzenden neuen Trainer. Wenn ich nicht fest davon überzeugt wäre, dass die Chemie noch stimmt, hätte ich das so nicht gemacht. Dann wäre das ein Himmelfahrtskommando geworden.

Wie würden Sie heute Ihr Verhältnis zu Dieter Hoeneß charakterisieren?

Wir waren oft unterschiedlicher Meinung und hatten andere Ansichten. Es wäre schlimm, wenn nicht. Da möchten einige auch gern etwas anderes hineininterpretieren, aber wir haben bis heute hier erfolgreich zusammengearbeitet, und das wird auch bis zum Ende so bleiben. Es ist nicht so: Hier der böse Verein, da der arme Trainer, der keinen neuen Vertrag mehr kriegt.

Wie hat denn die Mannschaft die Entscheidung aufgenommen?

Na, die große Überraschung war es nicht mehr. Aber ich glaube schon, dass sie den einen oder anderen Spieler sehr bewegt hat. Ich bin mir aber auch sicher, dass die Mannschaft diese Entscheidung versteht.

Herr Röber, auch Sie wollten nicht mehr länger bei Hertha bleiben?

Da haben Sie die gemeinsame Erklärung richtig verstanden. Ich bin sechs Jahre hier, und es hat in unregelmäßigen Abständen immer wieder Kritik an meiner Arbeit gegeben. Es kam irgendwann der Zeitpunkt, wo man sich Gedanken machen musste, wie es weitergeht. Wissen Sie, was komisch ist: Keiner, weder Mannschaft, Vereinsführung noch ich, hat damit ein Problem.

Werden wir Sie in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga sehen?

Ich kann noch nix sagen. Ich lasse das alles auf mich zukommen.

Welche Erfahrung würden Sie als Ihre wertvollste bezeichnen?

Es gibt nicht die wertvollste Erfahrung. Dafür ist hier zu viel passiert. Ich habe mich entwickelt mit den Jahren und den wachsenden Aufgaben. Vor allem aber habe ich in den sechs Jahren Berlin ein dickes Fell bekommen. Das ist sehr hilfreich.

Totzdem hatten Sie nach dem Leverkusen-Spiel Tränen in den Augen ...

Was wären wir ohne Emotionen? Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ich mich verstecken muss. Ja, ich habe geweint auf dem Platz. Ich schäme mich meiner Tränen nicht, aber das heißt ja noch lange nicht, dass ich jeden Tag so rumlaufen muss.

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