Sport : Hertha BSC: Kommentar: Gewinn durch Verlust

Michael Rosentritt

Dieter Hoeneß ist ein Mensch, der immer etwas unternehmen muss. Und was machte sich da besser, als Manager eines Bundesligavereins zu werden. Nach den Jahren als Berufsanfänger beim VfB Stuttgart landete er im Herbst 1996 in Berlin. Damals war Hoeneß 44 und Hertha ganz weit unten. Und damals wusste der Taxifahrer, der ihn in Tegel aufnahm, nicht mal wer oder was Hertha war, geschweige denn, wo die Geschäftsstelle des Vereins war. Hoeneß fand den Weg. Und später sogar den Weg in die Zwischenrunde der Champions League. Der Verein kassierte Millionen. Millionen, die dem Personalchef des Vereins in die Hände gegeben wurden. Hoeneß kaufte Spieler und verkaufte welche. Besonders hilfreiche Spieler durften etwas länger bleiben, andere nicht. Das war und ist in Berlin nicht anders als in München oder Hamburg. Nur ist die Entwicklung von Hertha etwas rasanter gewesen in den letzten drei, vier Jahren.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Hoeneß erwies sich als besonders unternehmungslustig. Etwa 90 Millionen Mark gab Hoeneß seit 1997 für neue Spieler aus. Jedesmal entsprachen sie dem jeweiligen Entwicklungsstand, dem Geldbeutel und der Attraktivität des Vereins. Als Zweitligist leistete sich Hertha Spieler wie Preetz, Kruse oder Sverrisson. Das reichte zum Aufstieg. Dann kamen Roy, Tchami, van Burik, Herzog und Rekdal. Ein Jahr später holte Hoeneß Wosz, Tretschok und Maas. Die Teilnahme an der Champions League brachte richtig Geld. Seitdem kamen Spieler wie Daei, Deisler, Rehmer und Beinlich bis hin zu Alves, Goor und Marcelinho, für die Hertha jeweils zweistellige Millionenbeträge ausgab.

Nicht jede Personalie erwies sich als Treffer. Gestern wurde Piotr Reiss verkauft. Mit einem Verlust von geschätzten eineinhalb Millionen Mark. Aber was heißt das schon. Beide Seiten sind zufrieden. Reiss, weil er wieder Fußball spielen kann, und Hertha, weil der Verein weiß, dass ihn Spieler wie Reiss nicht weiter bringen.

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