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Hertha BSC : Maik Franz: "Traditionsklubs faszinieren mich"

"Hertha hat einen sehr hohen Stellenwert", sagt Maik Franz. Der Verteidiger spricht im Exklusiv-Interview über seine Begeisterung für den Berliner Klub und seinen Abschied aus Frankfurt.

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Maik Franz (l.) hat 185 Bundesligaspiele bestritten und soll bei Hertha einen Dreijahresvertrag unterzeichnen. Foto: dapd
Maik Franz (l.) hat 185 Bundesligaspiele bestritten und soll bei Hertha einen Dreijahresvertrag unterzeichnen.Foto: dapd

Herr Franz, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Dreijahresvertrag bei Hertha.

Moment, Moment. Unterschrieben habe ich doch noch gar nichts. Es ist zwar eigentlich schon alles geregelt und besprochen - aber zu einhundert Prozent ist das eben noch nicht sicher.

Sie waren bereits beim Medizin-Check in Berlin und haben diesen bestanden. Woran kann es denn noch scheitern?

Ich glaube ja gar nicht, dass etwas schiefgeht. Im Gegenteil: Ich freue mich auf Hertha und gehe auch davon aus, dass es klappt.

Haben Sie sich denn schon von Ihren Kollegen in Frankfurt verabschiedet?

Noch nicht. Ich fliege jetzt erst einmal für eine Woche in die Türkei in den Urlaub. Danach will ich auf der Geschäftsstelle vorbei gehen. Es waren schließlich zwei schöne Jahre bei der Eintracht.

Es hieß, Sie würden Frankfurt im Streit verlassen, weil der Verein die Trennung bekannt gab, als Sie bereits im Urlaub weilten. Sie sollen darüber sehr wütend gewesen sein.

Das stimmt so nicht und ist in weiten Teilen von der Presse konstruiert. Die Frankfurter "Bild"-Zeitung hat unseren Manager falsch verstanden und dann einfach meinen Abschied verkündet. Weil die anderen Blätter die Meldung dann übernommen haben, wurde die Sache zum Selbstläufer. Danach wurde ich von Journalisten angerufen. Ich habe dann nur gesagt, dass noch keiner mit mir gesprochen hat. Und aus diesem Zitat wurde dann die große "Abrechnung" von mir mit der Eintracht gemacht. Also bitte. Zwischen mir und den Frankfurtern gab und gibt es kein Problem.

Mit dem Abstieg der Eintracht endete ihr Vertrag dort automatisch. Wie sind Sie denn auf Hertha gekommen?

Wie gesagt, ich möchte mich da noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Aber soviel kann ich sagen: Hertha ist ein Traditionsverein und das fasziniert mich. Ich habe fünf Jahre lang in Wolfsburg gespielt, danach drei Jahre in Karlsruhe und jetzt eben zwei in Frankfurt. Das Gefühl für den Fußball in Karlsruhe und Frankfurt ist ein komplett anderes.

Wie meinen Sie das?

In Städten mit Traditionsklubs kennt sich eben jeder mit Fußball aus. Selbst in der hintersten Ecke der Stadt können die Menschen über den Verein fachsimpeln, er ist überall präsent. Zu den Auswärtsspielen fahren dann auch nicht 500 Fans mit, sondern locker mal 5000. Das ist bei einem Werksklub doch eher selten der Fall.

Hertha haftet der Makel an, als Hauptstadt-Klub schon sehr lange keinen Titel mehr geholt zu haben. Bei der Größe der Stadt und der kulturellen Vielfalt hat es der Verein in der Vergangenheit zudem nicht immer geschafft, sich richtig in Szene zu setzen.

Das wird unter Profi-Fußballern anders gesehen. Hertha hat einen sehr hohen Stellenwert - ich bin gespannt.

Gegen Ende der vergangenen Saison haben Sie sich den Mittelfuß gebrochen. Werden Sie denn zum Saisonauftakt wieder fit sein?

Ich komme gerade vom Training bei den Physiotherapeuten. Heute konnte ich zum ersten Mal wieder laufen. Natürlich waren noch keine Mega-Sprints möglich. Mein Ziel ist aber der Trainingsauftakt in zwei Wochen. Wenn ich dann vielleicht noch einen oder zwei Tage lang etwas vorsichtiger sein muss und noch nicht voll mit der Mannschaft trainieren kann, ist das aber auch kein Problem.

Sie meinen Herthas Trainingsauftakt?

Darauf hoffe ich (lacht).

Interview: Ingo Schmidt-Tychsen

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