Sport : Hertha BSC: Marcelinho hat nichts verpasst

Jürgen Röber verfolgte die ganze Angelegenheit mit ungewohnter Gelassenheit. Herthas Trainer saß auf der Rückenlehne seiner Trainerbank, hatte die Füße auf der Sitzfläche abgestellt. Dabei zählt Röber eigentlich zu den temperamentvolleren Vertretern seines Berufes; gestern hingegen blieb er 90 Minuten lang ruhig auf der Lehne sitzen. Nicht, dass ihn die Darbietungen seiner Elf hätten überzeugen können, doch beim ersten Auftritt nach den Ferien gelten nicht die sonst üblichen Maßstäbe. "Das ist ein Trainingsspiel", sagte Röber, "es geht nur darum, dass man die körperliche Grundlage bekommt." Immerhin siegte der Bundesligist Hertha BSC gestern Abend vor 1408 Zuschauern im Jahn-Sportpark mit 4:0 (1:0) gegen die Berliner Oberligamannschaft der Reinickendorfer Füchse. Die Tore erzielten Michael Preetz (26. und 52. Minute) sowie Piotr Reiss (58. und 89.).

Zum Thema Saisonrückblick: Das Hertha-Konzentrat bei Tagesspiegel Online "Ihr macht euch lächerlich", sangen Herthas Fans, als es nach gut 20 Minuten noch 0:0 stand. Es war nicht ganz klar, ob sie ihre eigene Mannschaft meinten. Doch was will man von einem Team erwarten, das erst drei Trainingseinheiten hinter sich hat. Die Begegnung gegen die Füchse war mehr Freundschafts- als Testspiel. In der gestrigen Besetzung wird Hertha vermutlich nie wieder auftreten. Selbst Dariusz Wosz durfte noch mal eine Halbzeit mitwirken. Vielleicht war es sein letzter Einsatz für die Berliner. Dafür spielten fünf Neuzugänge erstmals für die Hertha: Der Belgier Bart Goor, Rückkehrer Andreas Neuendorf und Roberto Pinto standen in der Anfangsformation, Nderin Nedzipi und Torben Marx wurden nach der Pause eingewechselt. Ein weiterer Neuzugang fehlte gestern noch. Der Brasilianer Marcelinho hätte eigentlich als Zuschauer im Jahn-Sportpark sein sollen. Aus "flugtechnischen Gründen" - so Herthas offizielle Sprachregelung - wird Marcelinho jedoch erst heute in Berlin ankommen.

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