Hertha BSC : Mit Power und gutem Fußball vorbei an Frankfurt

Herthas Trainer Pal Dardai setzt gegen Eintracht Frankfurt und seinen ehemaligen Mitspieler Niko Kovac auf kollektiven Einsatz, hofft auf Salomon Kalou und bringt vielleicht Ondrej Duda.

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Damals Teamkollegen, am Samstag Gegner: Niko Kovac und Pal Dardai.
Damals Teamkollegen, am Samstag Gegner: Niko Kovac und Pal Dardai.Foto: Daniel Karmann/dpa

Wie man trainiert, so spielt man auch. So jedenfalls lautet eine der Grundüberzeugungen des ungarischen Fußballgelehrten Pal Dardai. Beweise dafür lieferte seine Mannschaft oft genug. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Nach dem Vormittagstraining am Mittwoch wirkte Herthas Trainer zufrieden, auch wenn der Regen ihm von schräg vorn ins Gesicht schlug. „Wir haben heute trainiert, wie wir spielen wollen: kollektive Power, gute Zweikämpfe, gut Fußball spielen und hintenraus noch gut Luft haben“, sagte Dardai.

Während das Gros seiner Spieler zügig den Trainingsplatz verließ, um rasch unter die warme Dusche zu kommen, strahlte Ondrej Duda. Als einer der wenigen Teammitglieder hatte er auch auf wärmende Accessoires wie Mütze und Handschuhe zu seiner Funktionskleidung verzichtet, der 22 Jahre alte slowakische Nationalspieler kam wie sonst nur noch der Schweizer Valentin Stocker im kurzen Beinkleid auf den Rasen. „Ich fühle mich gut und habe keine Probleme mehr“, sagte er nach dem schweißtreibenden Training.

Sein Gemütszustand ist verständlich. Denn der junge Mann, der im Sommer von Legia Warschau zu Hertha gewechselt war, hat noch nie so richtig zeigen können, weshalb die Berliner mehr als vier Millionen Euro für ihn ausgegeben haben. Kaum, dass er angekommen war, verletzte er sich (Knochenödem im Knie) und verabschiedete sich in ein wochenlanges Rehabilitationsprogramm. Nach einem erneuten Rückschlag im November wurde Duda schließlich operiert. Jetzt ist er dicht an der Spielfähigkeit.

Ondrej Duda, Herthas Sommer-Neuling, ist endlich spielfähig.
Ondrej Duda, Herthas Sommer-Neuling, ist endlich spielfähig.Foto: Paul Zinken/dpa

Duda könnte erstmals zum Einsatz kommen

„Er muss erst einmal zwei, drei Wochen überleben“, hatte Dardai vor zehn Tagen gesagt. Der offensive Mittelfeldspieler sollte zunächst in der U 23 Spielpraxis sammeln, doch fiel deren Spiel am vergangenen Freitag beim BFC Dynamo in der Regionalliga Nordost aus. „Ondrej hat die vergangenen Tage bei uns sehr gut mit der Mannschaft trainiert. Das sieht gut aus“, sagte Dardai am Mittwoch. Und so wird Ondrej Duda sich aller Wahrscheinlichkeit nach im Kader für das Heimspiel am Samstag gegen Eintracht Frankfurt (18.30 Uhr) wiederfinden.

Ob die Herthafans ihn das erste Mal am Ball sehen werden, hängt auch vom Spielverlauf gegen die Mannschaft des früheren Herthaners Niko Kovac ab, der zwischen 2003 und 2006 zusammen mit Dardai für die Blau-Weißen spielte. Hertha möchte mit einem Sieg unbedingt am Tabellenfünften aus Frankfurt vorbeiziehen. „Wir wissen, dass die Frankfurter sehr aggressiv spielen, schnell umschalten, kontern und auch die zweiten Bälle erobern“, sagte Dardai. Darauf werde er seine Mannschaft vorbereiten.

Frankfurt fehlen drei Stammspieler

Die Eintracht muss am Samstag drei zentrale Defensivspieler ersetzen. Jesus Vallejo hat sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen, David Abraham, der andere Innenverteidiger, sowie der defensive Mittelfeldspieler Omar Mascarell sind gesperrt. Ob das ein Vorteil für seine Mannschaft ist? Dardai schüttelte den Kopf. „Das wird man sehen, unter Niko gibt’s immer harte Trainingseinheiten, so wie bei uns. Man kann davon ausgehen, dass seine Spieler fit sind, egal wer spielt“, sagte Dardai.

Erleichterung herrschte gestern bei den Berlinern, dass Salomon Kalou einsatzfähig ist. Der Ivorer hatte am Vortag im Training einen Schlag auf den Fußspann bekommen, am Mittwoch war er beim Röntgen. „Er macht am Donnerstag wahrscheinlich noch einen Tag Pause“, sagte Dardai. Training ist eben wichtig, aber auch nicht alles.

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