Sport : Hertha BSC: Nach dem Gehacke droht Gemurkse

Ob das ein gelungenes Management war, das Hertha BSC und Manager Dieter Hoeneß da in Sachen Trainerfrage abgelegt haben? Die Erklärung, die der Verein zur Trennung von Jürgen Röber abgab, klingt nach Harmonie und Professionalität und auch durchdacht. Nur, warum wird die Entscheidung jetzt verkündet, die feststand seit Oktober, die geplant war seit noch längerem und nur daran scheiterte, dass der Manager keinen Ersatz fand, der verfügbar war und vor allem den weltläufigen Vorgaben entsprach. Das wird ohnehin schwer werden für einen Nachfolger, dem Plan zu genügen, mit Platz vier in der Liga braucht der gar nicht erst zu kommen, der wäre mit Röber auch drin gewesen, Platz drei dürfte dem Neuen einmal verziehen werden, aber nur einmal.

Zum Thema Fotostrecke I: Bilder der Saison 01/02
Fotostrecke II: Hertha Backstage Hertha strebt hoch - und hat, nach dem Gehacke um Röber erst einmal das Problem, die laufende Saison halbwegs erfolgreich zu Ende zu bringen. Da droht Gemurkse. Nicht weil Röber es ausklingen und es an Engagement missen ließe. Der wird sich schon reinhängen, um als Erfolgstrainer abzutreten und auch, um Hoeneß beweisen zu wollen, dass dessen Entscheidung die falsche war. Wie aber reagiert die Mannschaft? Mit Herz und Fuß, um es dem scheidenden Trainer zu danken, dass er sie so weit gebracht hat? Dankbarkeit ist in der Branche nur in Sonntagsreden zu haben, und ein sensibles elfköpfiges Gebilde eher nicht Garant für Selbstlosigkeit. Die Gefahr, dass die Spieler schludern, weil ihnen der Trainer bald nichts mehr zu sagen hat, dürfte größer sein. Und solange der Mannschaft nicht verkündet wird, wer sie befehligt, braucht sie auch nicht zu fürchten, dass der Neue daheim in Holland oder wo auch sonst vor dem Bildschirm hockt und erkundet, wer sich reinhängt für den Klub. Das wird spannend werden, wie Hoeneß Disziplin durchsetzen wird. Hertha dürfte unter diesen Umständen eher nicht Meister werden. Schalke auch nicht, dort wurde der gleiche lange beschlossene schleichende Abschied von Trainer Stevens vermeldet. Scheint modern zu werden, ob es gelungenem Management entspringt, sei dahingestellt.

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