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Hertha BSC nach der Transfer-Deadline : Stark, Ibisevic, Langkamp: Jetzt ist aber mal Schluss

Hertha BSC beendet seine Personalplanungen bis auf Weiteres und verlängert mit Abwehrspieler Sebastian Langkamp. Und was wird aus Ronny? Abwarten!

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Four more years. Herthas Abwehrchef Sebastian Langkamp (vorne) bleibt den Berlinern länger erhalten. „Er ist ein absoluter Leistungsträger“, sagt Manager Preetz.
Four more years. Herthas Abwehrchef Sebastian Langkamp (vorne) bleibt den Berlinern länger erhalten. „Er ist ein absoluter...Foto: AFP/Stollarz

Am Morgen nach der ersten Saisonniederlage war die Stimmung schon wieder merklich entspannter bei Hertha BSC. Pal Dardai strahlte bei seinen Antworten um die Wette mit der Sonne, die um kurz nach zehn Uhr längst auf den Schenckendorffplatz drückte. Auch Kapitän Fabian Lustenberger, der sich tags zuvor in den Katakomben unüblicherweise der Fäkalsprache bedient hatte, brachte im Vorbeilaufen ein freundliches „Guten Morgen“ heraus. Nach einer kurzen Nacht, so schien es, waren die Ereignisse von Dortmund verschwunden aus der kollektiven Erinnerung. Selbst die auf dämlichen Gegentoren basierende Mentalitäts-Debatte, die Dardai am Sonntag noch ungefragt und aus freien Stücken eröffnet hatte, spielte keine Rolle mehr. „Was Dortmund gespielt hat, war ein anderes Niveau“, sagte der Trainer. „Ich will nichts schlechtreden und nichts überhöhen“, ergänzte er, „wir müssen jetzt einfach gradlinig bleiben.“

Immerhin hat Hertha seine kurz- und längerfristigen Personalplanungen am Montag bis auf Weiteres abgeschlossen. So bestätigte der Fußball-Bundesligist am Nachmittag eine Personalie, die zunächst anscheinend kaum Zündstoff enthielt, dann aber ein paar Tage die Postillen der Hauptstadt beschäftigte – weil sich Abwehrchef Sebastian Langkamp entgegen anders lautender Gerüchte zwischenzeitlich kurz gesträubt hatte, vorzeitig in Berlin zu verlängern. Am Montag gab es nun Gewissheit: Herthas Defensivchef hat seine Unterschrift unter einen bis 2019 gültigen Vertrag gesetzt. „Sebastian ist die Konstante in unserer Abwehr, Stammspieler und absoluter Leistungsträger“, sagte Manager Michael Preetz, „ich freue mich, dass er verlängert hat und Herthaner bleibt.“

Diesen Status genießt seit Sonntag auch ein anderer Spieler, der für einen komplett anderen Bereich eingeplant ist, für den Angriff nämlich. Erstmalig nach der Verpflichtung des Bosniers Vedad Ibisevic äußerte sich Dardai dezidiert zu den Erwartungen an den 31-Jährigen, der sein erklärter Wunschspieler ist. „Unsere anderen Einkäufe waren jung und für die Zukunft“, sagte der Trainer über die Verpflichtungen von Mitchell Weiser (21 Jahre), Vladimir Darida (25) und Niklas Stark (20). „Jetzt kommt noch ein erfahrener Spieler dazu.“ Vor allem unter emotionalen Aspekten wünscht sich Dardai einen Gewinn durch die Verpflichtung des ehemaligen Stuttgarters und Hoffenheimers. „Wir haben vorne noch nicht die Aggressivität, die ich mir wünsche. Dafür brauchen wir einen, der ab und zu auch mal die Mannschaft und das Publikum mitnehmen kann“, sagte Dardai, „und Ibisevic ist genau so ein Typ.“

Ibisevic muss sich erst einmal hinten anstellen bei Hertha BSC

Dass dessen letztes Bundesliga-Tor – gemessen an der einstigen Klasse des Bosniers – aus dem Jahr anno dunnemals datiert, hat Herthas Trainer nicht von der grundsätzlichen Überzeugung abgebracht, eine Verstärkung für seinen Kader gewonnen zu haben. „Ich traue es mir zu, dass ich es hinkriege, ihn zur alten Form zurückzubringen. Das ist meine Herausforderung“, sagte Dardai. Andererseits unterstrich der Ungar auch, dass sich Ibisevic erst mal hinten anstellen muss bei seinem neuen Klub – und dass er im nächsten Bundesliga-Spiel gegen Stuttgart am 12. September wohl nicht in der Startelf stehen werde. „Wenn jetzt jemand dazukommt, ist es nicht ganz so einfach für ihn. Wir haben zwei Monate als Einheit gearbeitet, deshalb müssen wir ihn erst mal ranführen“, sagte Dardai.

Bei Ronny haben sie dieses Vorhaben mittlerweile wohl aufgegeben. Seit Wochen versuchen die Berliner, ihren kultigen Brasilianer für ein entsprechendes Entgelt zu veräußern, bislang ohne Erfolg. Ein Angebot aus China hätten die Entscheidungsträger im Verein wohl angenommen, wenn es denn halbwegs mit Ronnys Gehaltsvorstellungen harmoniert hätte. So gesehen trifft es sich ganz gut, dass sich das Transferfenster am Montag nur im Großraum Europa geschlossen hat. In Saudi-Arabien, dem kolportierten Ziel des Mittelfeldspielers, endet diese Frist erst in gut zwei Wochen, am 16. September.

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