Sport : HERTHA BSC NACH VERSTÄRKUNG: Auch Toni Polster steht auf dem Wunschzettel

KARSTEN DONECK

Das Präsidium schließt Frieden mit Trainer Röber / Ermahnung an Schwans AdresseVON KARSTEN DONECK BERLIN.Der Satz läßt keinerlei Interpretationsmöglichkeiten zu."Herr Röber bleibt unser Trainer in der nächsten Saison", erklärt Manfred Zemaitat, der Präsident des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC, klipp und klar.Und das klingt wie ein Schlußwort zu der schier unendlichen Geschichte um die Ablösung von Jürgen Röber.Der Aufsichtsratvorsitzende Robert Schwan hatte unlängst vor Wut und Enttäuschung über die Niederlage bei München 1860 (1:3) in einer Art Kurzschlußreaktion einen Trainerwechsel verlangt, in dieser Frage aber inzwischen, wie berichtet, eine Kehrtwendung um 180 Grad vollzogen.Nun ist zwar keineswegs vollends auszuschließen, daß der launenhafte und stets emotionsgeladene 76jährige daheim in Kitzbühel nicht noch einmal eine Rolle rückwärts vollführt, zum Beispiel wenn die Herthaner in der nächsten Saison wieder einen Fehlstart hinlegen sollten.Aber dann, dessen muß sich auch Schwan bewußt sein, wird seine Gefolgschaft kleiner als bisher sein."Sicher kann man einem Mann wie Robert Schwan nicht den Mund verbieten", weiß Zemaitat, kündigt aber auch an: "Daß bei uns nach zwei Niederlagen der Trainer gleich wieder in Frage gestellt wird, darf in Zukunft nicht mehr passieren.Wir haben ja jetzt auch ein ganz gutes Argument in der Hand, indem wir Robert Schwan nur an sein Verhalten in München zu erinnern brauchen."Im übrigen ist Zemaitat felsenfest davon überzeugt, daß die Mitgliederversammlung am kommenden Montag im ICC in "ordentlicher und fairer Atmosphäre über die Bühne geht".Schwan, der zu der Versammlung nicht extra nach Berlin kommen wird, hatte gedroht, seinen Posten bei Hertha zur Verfügung zu stellen, wenn Mitglieder sich erdreisten sollten, gegen ihn einen Mißtrauensantrag einzureichen.Derlei verbales Vorgeplänkel bringt Manfred Zemaitat indes nicht aus der Fassung.Der Präsident meint im Brustton der Überzeugung: "Schwan bleibt Vorsitzender des Aufsichtsrates."Herthas sportliche Leitung wird am kommenden Sonnabend mit besonderer Aufmerksamkeit den Abstiegskampf in der Bundesliga verfolgen.Die Berliner haben zwar ihrerseits das Thema mit dem 1:0-Sieg in Leverkusen bereits vorzeitig abgehakt und können die abschließende Partie gegen den Pokalfinalisten MSV Duisburg als Trainingseinheit betrachten, bei der noch einmal drei Punkte vergeben werden, aber bei der nach wie vor stark bedrohten Konkurrenz in Karlsruhe und Köln läuft schließlich noch der ein oder andere Spieler herum, der im Falle des Abstiegs seiner Mannschaft als kostbare und nicht gar so teure Verstärkung für die Herthaner in Frage käme.Das Interesse am Karlsruher Thomas Häßler hat Manager Dieter Hoeneß bereits bestätigt.Der wäre, sollte der KSC in die Zweitklassigkeit rutschen, ablösefrei zu haben.Ansonsten soll der Preis für den Nationalspieler angeblich bei rund sechs Millionen Mark liegen.Eine Summe, die Herthas Kaufbereitschaft zumindest geringfügig schmälert.Zemaitat: "Da müßten wir erstmal ausführlich darüber diskutieren, ob diese Summe für einen 32jährigen nicht ein bißchen zu hoch ist oder ob sich eine solche Verpflichtung nicht doch rechnet, indem ein solcher Spieler durch erhöhtes Zuschaueraufkommen oder auch durch den Trikotverkauf am Ende nicht das Fünffache wieder einspielt."Auch Toni Polster, der in dieser Saison 13 Tore für den 1.FC Köln erzielt hat, steht bei Hertha auf dem Wunschzettel.Polster könnte für frischen Wind in Herthas Offensive sorgen."Natürlich ist Polster für uns ein Thema", gibt Zemaitat zu, "aber bei den Kölnern ist das letzte Wort im Abstiegskampf ja noch nicht gesprochen." Der Österreicher hat zwar in Köln einen Vertrag über das Saisonende hinaus, aber beim FCK existieren erhebliche Zweifel, ob ein Spieler dieser Kategorie bei einem stark reduzierten Zweitliga-Etat überhaupt noch bezahlbar wäre.

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