Sport : Hertha BSC: Preetz ist der Leidtragende

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Wie stellt man zwei zufrieden, die aufbegehren, wenn sie aus- oder eingewechselt werden? Richtig: Man lässt sie von Anfang an spielen, auf dass sie sich bewähren können. Jürgen Röber geht offenbar den Weg des geringsten Widerstandes. Er bietet Ali Daei und Alex Alves auf, wenn es heute im Olympiastadion im Rückspiel des Uefa-Pokals gegen Zimbru Chisinau geht. Der Leidtragende ist Michael Preetz. "Er kann auch mal eine kleine Pause brauchen", kommentierte der Trainer. Ob das der Mannschaftskapitän von Hertha BSC auch so sieht?

Ali Daei hatte zuletzt mehrmals gedroht, er werde Berlins Fußball-Bundesligisten verlassen, wenn er weiterhin nur als Ersatzmann fungieren dürfe. Bis zum Ende des Jahres werde er sich entscheiden. Das klang ein wenig nach Drohung. Ob Röber das so auch aufgefasst hat, sei dahingestellt. Röber hatte immer wieder argumentiert, er könne keinem Spieler einen Stammplatz garantieren, der mitten in der Saison wochenlang für die Nationalmannschaft Irans spiele. Inzwischen ist klar, dass Daei den Herthanern nicht nur für die Partie am Sonntag gegen Unterhaching, sondern auch noch für das Spiel am 30. September gegen den 1. FC Köln zur Verfügung steht. Wie lange er danach ausfällt, hängt davon ab, wie weit Iran bei den Asien-Spielen kommt.

Zuletzt erzielte Ali Daei als "Joker" wichtige Tore. Heute muss er nicht unbedingt eines schießen. Selbst ein 0:1 könnten sich die Berliner nach dem 2:1-Hinspielsieg erlauben. Das sagt Dieter Hoeneß, der Manager, natürlich nicht. Das Spiel gegen den "spielstarken Gegner" werde "kein Selbstläufer", die "volle Leistung ist gefragt". So spricht natürlich auch Röber: "Wir müssen mit dem nötigen Respekt und hochkonzentriert auftreten." Um jedoch nicht auszuschließen, bei entsprechendem Spielstand den einen oder anderen vom Platz zu holen. Beispielsweise Sebastian Deisler.

Übrigens: Erst 1300 Karten wurden im Vorverkauf abgesetzt. Da galt es zu handeln. Schüler kommen für 5 Mark ins Stadion, die Preise für die Sitzplatztickets werden um 10 DM reduziert. Dauerkarten-Besitzer, von denen es nicht - wie bisher von Hertha erklärt - 20 000, sondern lediglich 17 500 gibt, haben freien Eintritt. Trotzdem dürfte es heute trostlos auf der Baustelle Olympiastadion aussehen.

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