Hertha BSC : Rechtsstreit mit Maik Franz geht weiter

Der Prozess zwischen Hertha BSC und seinem Spieler Maik Franz vor dem Arbeitsgericht Berlin geht weiter. Richterin Iris Sanchez Alfonso macht einen Kompromissvorschlag, den zumindest Franz fair findet.

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Auf die lange Bank geschoben: Maik Franz muss weiter auf eine Entscheidung im Streit mit Hertha BSC warten.
Auf die lange Bank geschoben: Maik Franz muss weiter auf eine Entscheidung im Streit mit Hertha BSC warten.Foto: dpa

Am Ende zog Richterin Iris Sanchez Alfonso in einer Nebenbemerkung ein treffendes Fazit. „Eigentlich hätte man den Termin gleich bleiben lassen können“, sagte sie nach dem Kammertermin am Arbeitsgericht Berlin, wo sich Maik Franz und Hertha BSC wiedersahen. Der Spieler klagt seit Februar darauf, wieder mit den Profis zu trainieren und nicht mit der zweiten Mannschaft. Beim Wiedersehen am Mittwoch wurden Schriftstücke, Fristen und Termine ausgetauscht, zu einer Entscheidung kam es weiter nicht. Nach Abstimmung aller Urlaubstermine setzte die Richterin ihr Urteil für den 26. Mai fest.

Einige interessante Details brachte die Prozessfortsetzung dennoch. Peer Kluge begleitete Franz ins Gericht, die gleichlautende Klage des Mittelfeldspielers wird im Juli von einer anderen Kammer entschieden. Franz’ Anwalt Frank Rybak hatte vor dem Termin Schriftstücke eingereicht, die schlechtere Trainingsbedingungen bei Herthas Regionalliga-Mannschaft illustrieren sollten, unter anderem Fotos vom zertretenen Rasen auf dem Trainingsplatz.

„Die Situation ist einfach nicht ertragbar“, klagte Franz, „das dient nur einem Zweck, der Verein möchte dass ich meinen Vertrag auflöse.“ Der 32-Jährige will seinen bis 2015 laufenden Vertrag erfüllen und „wieder dahin, wo ich hingehöre, in die erste Mannschaft“, sagte Franz, „in die vierte Liga gehöre ich nicht.“

Herthas Anwalt Joachim Rein wünschte sich eine Frist, um die Vorwürfe über die Trainingsbedingungen zu erwidern und die Frage, ob Herthas U-23-Team zur Profiabteilung gehört, was der Fall ist, aber beiden Parteien nicht klar war. Franz und sein Anwalt stöhnten auf. „Damit wird bezweckt, dass es so weiterläuft, ich warte schon seit Wochen.“

Die Richterin brachte einen Kompromissvorschlag ein, dass Franz die zweieinhalb Wochen bis Saisonende bei der zweiten und danach wieder bei der ersten Mannschaft trainieren könne. Franz, der ohnehin noch ein bis zwei Wochen mit einem Muskelfaserriss ausfällt, fand die Lösung fair. Herthas Anwalt äußerte sich nicht dazu.

Das wollte auch Trainer Jos Luhukay beim Vormittagstraining nicht. Es wäre interessant gewesen, was er von Franz’ These hält, der sagte, bei neun sieglosen Bundesligaspielen in Serie „hätten Peer und ich jetzt die Chance zu spielen“.

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