Hertha BSC : Rodnei: Der letzte Mann auf dem Platz

Herthas fleißigster Verteidiger heißt Rodnei, er bleibt bis 2011 in Berlin. Seine Professionalität hat ihn zu einem der Lieblingsschüler von Trainer Favre werden lassen.

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Lucien Favre steht am Rande des Spielfeldes und lacht. Ob sein Verteidiger Rodnei noch über das Saisonende hinaus in Berlin bleiben wird? „Das weiß ich noch nicht“, sagt der Trainer von Hertha BSC. In Rodneis Vertrag gibt es eine Klausel, die ihn bis 2011 an Hertha bindet. Dass Hertha diese Option zieht, ist nicht mehr wirklich eine Frage, hat auch Manager Dieter Hoeneß bestätigt. Was Favre von seinem Verteidiger hält? „Sehen Sie selbst“, sagt er und deutet hinter sich. Rodnei trainiert an diesem kalten Morgen noch immer, die meisten seiner Kollegen stehen schon unter der Dusche, während der 1,90 Meter große Hüne über den Rasen sprintet.

Es dauert dann noch eine gefühlte Ewigkeit, bis Rodnei als letzter Hertha-Profi vom Platz schlendert. Die Schweißtropfen perlen ihm über das Gesicht. „Danke Gott, es geht mir gut“, sagt Rodnei. Dann formuliert er noch ein paar Sätze, die auch dem Interview-Taschenbuch für Profi- Fußballer entnommen sein könnten: Er will weiter an sich arbeiten, ist froh, in einem tollen Verein spielen zu dürfen, mag sein Team undsoweiterundsofort. Er macht das äußerst professionell für einen 23-Jährigen.

Seine Professionalität hat Rodnei zu einem der Lieblingsschüler des Herrn Favre werden lassen. Mit Profis wie Patrick Ebert, der es nicht immer so genau nimmt und eher selten als Letzter vom Trainingsplatz kommt, tut sich Favre schwer. Ebert ist noch immer suspendiert. Dass er zum nächsten Termin, am Dienstag nämlich, wieder ins Training einsteigen darf, stellte Favre bei der letzten Trainingseinheit am Donnerstag noch nicht in Aussicht. „Bis auf Weiteres“ müsse Ebert noch mit der zweiten Mannschaft trainieren, sagte Favre.

Rodnei wird am Dienstag nach vier freien Tagen sicher wieder pünktlich in Berlin sein. Noch ist er im nordpolnischen Bialystok, um seinen Klub Jagiellonia zu besuchen. Von dort hatten die Berliner ihn vor er Saison ausgeliehen, jetzt werden sie ihn wohl verpflichten. Favre sieht viel Potenzial in dem manchmal noch etwas staksig laufenden Rodnei, er nimmt ihn im Training häufig zur Seite, um ihm Details zu erklären. Favre sagt, dass er jeden Spieler ein bisschen besser machen möchte. Aus Rodnei hat er einen Bundesligaspieler gemacht. Nach dem Debüt gegen die Bayern stand er in den folgenden sechs Spielen in der Startformation, sein Platz auf der linken Seite ist zurzeit nicht gefährdet. Zumal Rodneis Auftreten von Spiel zu Spiel sicherer geworden ist.

Noch vor der Rückrunde hatte es so ausgesehen, als ob Hertha Rodnei weiterverleihen würde. Der Klub hatte sich mit Leandro Cufré vom AS Monaco verstärkt. Für Cufré aber war zuletzt nicht einmal mehr Platz auf der Ersatzbank.

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