Hertha BSC : Rotation Berlin

Hertha BSC stellt sich neu auf: Josip Simunic kann in Bielefeld spielen, Arne Friedrich nicht. Der Nationalspieler zog sich in England einen Muskelfaserriss in der Wade zu.

Claus Vetter

BerlinMal hier noch den Ball geschnappt und ihn dann dort über das halbe Spielfeld gedroschen, obwohl das Training doch längst vorbei ist. Aber so ist er halt, der Josip Simunic. Der in Australien geborene kroatische Verteidiger von Bundesligist Hertha BSC ist ein ballverliebter Fußballer, daher rühren wohl seine gute Technik. Allerdings will der Ball nicht immer so wie Simunic, mitunter gilt der großgewachsene kräftige Kroate als schlampert. Und diese Eigenschaft mag Lucien Favre gar nicht gern. Der Schweizer ist zwar Freund von Ballkunst, aber vor allem Anhänger großer Akribie. So sagt Herthas Trainer über Simunic: „Ihm fehlt es manchmal an Konzentration.“

Daneben ist Simunic auch für rustikales Einsteigen berüchtigt. Anfang Mai hatte er beim Spiel in Bremen Gegenspieler Christian Schulz mit einer Sprungattacke im Gesicht verletzt. Simunic entschuldigte sich immerhin: „Es tut mir Leid, was passiert ist, es war keine Absicht von mir.“

Simunic wurde nach dem Foul – seinem dritten Platzverweis in zwei Monaten – für vier Spiele gesperrt, erst heute kann sich Hertha beim dritten Punktspiel der Saison daher auf sein Saisondebüt in der Liga freuen. Favres Vorfreude auf den bei Arminia Bielefeld spielberechtigten Simunic fällt allerdings gedämpft aus. „Ich weiß noch nicht, wer in Bielefeld spielt“, sagt der Trainer beinahe pampig. Dafür weiß Favre, wer nicht spielt: Arne Friedrich etwa. Der Nationalspieler kehrte mit einem Muskelfaserriss in der Wade vom England-Länderspiel heim. In den ersten beiden Bundesligaspielen hatte Friedrich mit Andreas Schmidt ein solides Innenverteidigerpaar gebildet. In Bielefeld nun könnte der Schweizer Steve van Bergen bei seinem Hertha-Debüt mit Schmidt ein Innenverteidiger bilden – oder eben mit Simunic.

Auch im Angriff muss bei den Berlinern umdisponiert werden. Marko Pantelic hat seit dem EM-Qualifikationsspiel der Serben in Belgien am Mittwoch Schmerzen am Knöchel. Der Schwede Tobias Grahn, Anfang der Woche vom spanischen Erstliga-Absteiger Gimnastic Tarragona gekommen, könnte Pantelic ersetzen. Neben Grahn sollte Solomon Okoronkwo stürmen, dem am Samstag beim 3:1-Heimsieg gegen Meister Stuttgart sein erstes Bundesliga-Tor gelang.

Drei Punkte hat Hertha seitdem auf dem Konto und Selbstvertrauen vor einem Spiel bei einem nach zwei Spieltagen ungeschlagenen Gegner. „Die Bielefelder spielen in der Abwehr sehr solide“, sagt Favre. „Die haben eine sehr athletische und große Mannschaft. Da müssen wir sehr intelligent spielen.“ Das kann ein Josip Simunic. Wenn er denn heute in Bielefeld spielt und vor allem das Genie in sich spielen lässt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben