• Hertha BSC schlägt den Hamburger SV: 3:0 - Ibisevic schießt Hertha auf einen Champions-League-Platz
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Hertha BSC schlägt den Hamburger SV : 3:0 - Ibisevic schießt Hertha auf einen Champions-League-Platz

Hertha BSC feiert gegen den Hamburger SV den dritten Heimsieg hintereinander und steht zumindest für eine Nacht auf einem Champions-League-Platz. Dabei muss die Dardai-Elf einen Schreckmoment überstehen - und macht am Ende alles richtig.

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Machte alles klar: Vedad Ibisevic trifft gegen den Hamburger SV.
Machte alles klar: Vedad Ibisevic trifft gegen den Hamburger SV.Foto: dpa

Kurz vor Schluss wurde Vedad Ibisevic fast ein bisschen übermütig. Er versuchte sich an einem kleinen Kunststück. An der Eckfahne wollte der Stürmer von Hertha BSC den Ball mit der Sohle hinter sein Standbein zurückziehen – doch der Ball nahm den entgegengesetzten Weg über die Torlinie ins Seitenaus. Vedad Ibisevic – das zu seiner Ehrenrettung – ist auch nicht für Kunststücke zuständig. Er ist bei Hertha der Mann für die Tore, und davon gelangen ihm am Samstag beim Heiunsieg gegen den Hamburger SV wieder zwei, wie schon beim Heimsieg zuvor gegen den 1. FC Köln  Innerhalb von zwei Minuten traf er zum 3:0 (1:0)-Endstand für den Berliner Fußball-Bundesligisten. Den Treffer vor der Pause hatte sein Sturmpartner Salomon Kalou erzielt.

Nach ihrem dritten Heimsieg hintereinander verbringen die Berliner zumindest eine Nacht auf einem Champions-League-Platz. Mit 14 Punkten nach acht Spieltagen sind sie zudem so gut in die Saison gestartet wie zuletzt vor sieben Jahren – am Ende der Saison wurden sie Vierter. „Ganz ehrlich: Ich beschäftige mich damit nicht“, sagte Trainer Pal Dardai über die derzeitige Platzierung in der Tabelle.

Intensiver Spielbeginn

Gegen den HSV hatte es lange nicht nach einem derart deutlichen Erfolg ausgesehen. Der Beginn war zwar intensiv, der spielerische Wert allerdings recht überschaubar. Für die kreativste Aktion der Anfangsphase waren Herthas Fans mit ihrer Choreografie verantwortlich, die am Tag der deutschen Einheit eine symbolische Mauer durch die Ostkurve gezogen hatten, dann aber die beiden Stadthälften wieder zusammenfügten, „denn Hertha steht für ganz Berlin“.

Ganz Berlin musste allerdings erst einmal einen Schreckmoment überstehen, als sich die Hamburger Nicolai Müller und Dennis Diekmeier geschickt in den Berliner Strafraum kombinierten; in der Mitte lenkte Herthas Innenverteidiger Niklas Stark die Hereingabe gerade noch zur Ecke. Es war eine der wenigen Offensivaktionen in der ersten Hälfte; zumeist spielte sich das Geschehen irgendwo im Mittelfeld ab. Auch die Heimmannschaft brachte wenig Produktives zustande, obwohl Trainer Pal Dardai mit Kalou und Ibisevic wieder zwei Stürmer aufgeboten hatte – oder gerade deswegen. Vor allem Ibisevic war kaum ins Spiel eingebunden, hatte in der ersten Hälfte ganze 13 Ballkontakte.

Dardai zufrieden mit Stürmer-Leistung

„Wir sind top in das Spiel reingegangen“, sagte Hamburgs Trainer Bruno Labbadia. „In den ersten 20 Minuten haben wir so gut wie jeden Ball gewonnen.“ Dafür war Hertha den Gästen in Sachen Effizienz deutlich überlegen. Der erste Angriff brachte gleich die Führung. Mitchell Weiser trieb den Ball durchs Mittelfeld, spielte Kalou zentral vor dem Hamburger Strafraum an, und der Ivorer entledigte sich mittels eines simplen Ausfallschrittes seines Bewachers Johan Djourou. Mit einem strammen Flachschuss traf Kalou zum 1:0 ins Eck. „So ein Tor kann man nur machen, wenn man mit zwei Stürmern spielt“, sagte Dardai. Weil die Angreifer mehr Raum haben, wenn die gegnerischen Verteidiger zwei Stürmer im Blick haben müssen.

In der Folge überließen die Berliner den Hamburgern die Initiative. Allzu zwingend fielen deren Bemühungen allerdings nicht aus. „Sie hatten viel den Ball“, sagte Herthas Mittelfeldspieler Per Skjelbred. „Aber das hat ihnen nichts gebracht.“ Dass Dardai schon nach einer halben Stunde seine Abwehr umbauen musste, machte sich nicht weiter bemerkbar. Für den verletzten Niklas Stark kam der gelernte Mittelfeldspieler Jens Hegeler, der nun mit dem gelernten Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger die Innenverteidigung bildete.

Darida im Pech - Ibisevic im Glück

Angesichts der Offensivschwäche der Hamburger hätte Vladimir Darida das Spiel schon unmittelbar nach der Pause entscheiden können, als er an der Strafraumgrenze völlig frei zum Abschluss kam. Doch im tschechischen Duell mit Hamburgs Torhüter Jaroslav Drobny versagten ihm die Nerven. Darida schlenzte den Ball am Tor vorbei. Auf der anderen Seite bewahrte Torhüter Rune Jarstein seine Mannschaft vor dem Ausgleich, nachdem Lewis Holtby beherzt in Herthas Strafraum eingedrungen war. Es war die einzige echte Chance der Gäste in der zweiten Hälfte.

Hertha versäumte es in dieser Phase, die sich bietenden Konter besser zu nutzen. Genki Haraguchi verfehlte mit einem Schlenzer das Tor, Ibisevic setzte einen Kopfball knapp am Pfosten vorbei. Kurz darauf aber stand der Bosnier nach einer starken Vorarbeit von Tolga Cigerci wieder einmal genau richtig an der Fünfmeterlinie und vollendete zum 2:0. Nur zwei Minuten später traf er nach einem feinen Pass des eingewechselten Alexander Baumjohann erneut. Dass Ibisevic denkbar knapp im Abseits gestanden hatte, störte am Ende nicht einmal die Hamburger.

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