Sport : Hertha BSC: Stiller Star

Klaus Rocca

Bart Goor war geduldig. Dass der Fotograf immer wieder verlangte, er möge doch die einzige Strähne seiner Kurzhaarfrisur aus der Stirn streichen, nahm er klaglos hin. Vielleicht war es das übliche Sich-Zurück-Nehmen des Neuen, möglicherweise ist es das Naturell des Bart Goor. Zuvor, beim Trainingsspielchen, präsentierte er sich gleichfalls zurückhaltend, unaufgeregt. So wie einer, der weiß, was er wert ist und es nicht dauernd beweisen muss. Hertha BSC, seinem neuen Arbeitgeber, ist er 12,5 Millionen Mark wert. Gestern war er beim Saison-Eröffnungstraining, das mit halbstündiger Verspätung auf dem Hanns-Braun-Platz begonnen hatte, der stille Star.

Zum Thema Saisonrückblick: Das Hertha-Konzentrat bei Tagesspiegel Online Vielleicht liegt seine zurückhaltende, fast scheue Art auch daran, dass Bart Goor kaum Deutsch spricht. Flämisch natürlich, Englisch auch, aber mit dem Deutschen hat er so seine Schwierigkeiten. Integrationsprobleme wie bei Alex Alves? Wohl kaum. Goor versteht die Sprache seiner neuen Umgebung. "Ich werde jetzt auch ordentlich Deutsch pauken", sagt er.

Auch sein eigentliches Metier, das Fußballspielen, scheint er zu beherrschen. Souverän verteilte Goor, vom RSC Anderlecht gekommen, die Bälle. Tore, von denen Alves - aus Vorfreude über seinen erst morgen in Berlin eintreffenden Landsmann Marcelinho? - immerhin zwei schoss, blieben ihm zwar noch versagt, doch in Offensive und Defensive brachte der Mann mit der Rückennummer 8 sich positiv ein. Auch wenn leichte Konditionsschwierigkeiten unübersehbar waren. Er habe, sagt Goor, während seines zwölftägigen Urlaubs in Spanien wenig getan. Schon wegen der Hitze.

Apropos Rückennummer: Dariusz Wosz hatte gar keine. Hat man ihn bei Hertha schon abgeschrieben? Keineswegs, sagt Manager Dieter Hoeneß. Er wechselte mit Wosz gestern einige Worte, um die Höhe der Ablösesumme soll es dabei aber nicht gegangen sein. Bekanntlich will Wosz zurück nach Bochum. Rückkehrer ist Andreas Neuendorf. "Zecke", der Spitzname, stand auf seinem Trikot. Wenigstens im Training darf er es tragen. Bei Spielen nicht; der DFB hat bekanntlich sein Veto eingelegt.

Neuendorf konnte es die gute Laune nicht verderben. Gut gelaunt war auch Stefan Beinlich. "Keine Beschwerden", verkündete er nach seiner monatelangen Verletzungspause. "Aber das war ja auch noch keine große Belastung." Für Kostas Konstantinidis schon. Nach seiner Leistenoperation sei er noch längst nicht fit, gestand der Grieche.

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