Sport : Hertha BSC: Timm sagt ab

Christian Timm hatte es spannend gemacht. Bayern München und Hertha BSC, nicht eben die schlechtesten Adressen der Fußball-Bundesligisten, hätten ihn gern verpflichtet. Der 21 Jahre alte Stürmer entschied sich für - den 1. FC Köln. "Das war die schwerste Entscheidung meines Lebens", sagte Timm, nachdem er seinen Vertrag in Köln um drei Jahre bis zum 30. Juni 2004 verlängert hatte. Sein laufender Vertrag war mit einer Ausstiegsklausel zum Ende dieser Saison versehen.

"Ich habe mich für Köln entschieden, weil ich mich hier wohl fühle, Ewald Lienen ein großartiger Trainer ist und die Mannschaft sehr gute Perspektiven hat", sagte Timm. Seine Bezüge wurden zwar deutlich angehoben, doch Timm legte Wert auf die Feststellung, "dass Geld keine Rolle gespielt hat. Ich weiß wirklich nicht, welcher Betrag in meinem neuen Vertrag steht." Bei der Ausfertigung des Schriftstückes hatten Berater Roger Wittmann und Wolfgang Fahrian ein entscheidendes Wort mitgeredet.

Bei Hertha BSC wurde Timms Entscheidung enttäuscht, aber gefasst aufgenommen. "Er hat sich gegen Berlin entschieden, das müssen wir akzeptieren. Aber wir bedauern es, weil wir ihm sportliche Perspektiven geboten hatten und ihm auch aufzeigten, dass er bei Hertha auch international spielen kann. Aber das hat offenbar nicht ausgereicht", sagte Pressesprecher Hans-Georg Felder.

"Ich finde es sehr schade, dass Christian Timm in Köln bleibt und nicht zum FC Bayern kommt", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld am Montag in einer ersten Reaktion. "Er hätte auch bei uns die Chance gehabt, Stammspieler zu werden." Allerdings äußerte Hitzfeld angesichts der Konkurrenz-Situation im Kader des deutschen Rekordmeisters auch Verständnis für den Umworbenen. Timm sagte, er habe sich auch für Köln entschieden, weil er dort die Gewissheit habe, ständig aufgestellt zu werden.

Beim 1. FC Köln wurde Timms überraschender Verbleib als willkommenes Signal für die Planung der Zukunft gewertet. Zuvor hatten schon die Stammspieler Dirk Lottner, Carsten Cullmann, Matthias Scherz und Thomas Cichon ihre Verträge verlängert.

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