Sport : Hertha BSC: Üben gegen Bayer

Klaus Rocca

Was er denn vom heutigen Spiel gegen Bayer Leverkusen erwarte, wurde Gabor Kiraly gefragt. "Wir wollen üben", lautete seine kurze Antwort. Mit dieser Einstellung wird der Ungar, Stammtorhüter von Hertha BSC, kaum Gefahr laufen - wie Alex Alves zuletzt in Lübeck beim Duell mit dem Hamburger SV -, die Rote Karte gezeigt zu bekommen. Der Ligapokal des Deutschen Fußball-Bundes ist sicher kein Schaulaufen, aber kaum mehr als ein willkommener Test für die am 11. August beginnende Bundesligasaison. So sieht es auch Jürgen Röber: "Wir wären sonst zu einem Turnier nach Portugal gefahren. Der Ligapokal kommt uns nicht ungelegen." Heute (17.30 Uhr, live in der ARD) spielt Hertha im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion gegen Leverkusen um den Einzug ins Finale. Das findet am kommenden Dienstag in Leverkusen statt. Gegner ist dann der Sieger des morgigen Halbfinalspiels zwischen Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern.

Ginge es heute schon um Bundesliga-Punkte, wäre Röber gestern beim Training sicher nicht so locker gewesen. Er muss nämlich einige Ausfälle für das Duell mit dem Vizemeister verkraften. Alves, gegen den nach seinem Feldverweis am Dienstag vom Kontrollausschuss des DFB Anklage erhoben wird und der vom Verein bereits mit der obligatorischen Geldstrafe belegt wurde, fehlt natürlich. Auch Eyjölfur Sverrisson, der am Donnerstag mit der isländischen Nationalmannschaft ein Spiel bestritt. Nicht dabei ist auch Marko Rehmer, den ein im Training erlittener dicker Knöchel plagt. Röber: "In einem Bundesligaspiel hätten wir ihn vielleicht eingesetzt, jetzt werden wir ihn schonen." Geschont wurde gestern auch der leicht angeschlagene Stefan Beinlich, der lediglich im Kraftraum arbeitete.

Mit Rehmer und Sverrisson fallen also zwei Defensivkräfte aus. Dennoch wird der Hertha-Trainer wahrscheinlich mit einer Vierer-Abwehrkette spielen lassen, wie er sie schon beim Sommerturnier in Zell am See und in Lübeck praktizierte. Dabei bekommt Anthony Sanneh eine Chance, neben René Tretschok, Dick van Burik und Michael Hartmann. Der US-Amerikaner ist bislang meist nur zweite Wahl. Den Platz von Alves im Angriff nimmt Ali Daei ein.

So zweitrangig der sportliche Wert dieses Wettbewerbs ist, so lukrativ ist er jedoch für die beteiligten Klubs. Der Gewinner der sechseckigen Trophäe kassiert insgesamt immerhin 2,5 Millionen Mark. Eine stattliche Summe fürs "Üben", wie es Gabor Kiraly ausdrückte.

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