Hertha BSC und der Auswärtsvorteil : Über Heidenheim ins Halbfinale

Hertha BSC ist durch das 2:0 in Nürnberg dem Pokalfinale in Berliner näher gekommen. Vielleicht ist es sogar ein Vorteil, dass die Berliner im Viertelfinale wieder auswärts antreten müssen

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Kaum zu glauben. Wir sind noch drin! Herthas Spieler nach dem Triumph von Nürnberg.
Kaum zu glauben. Wir sind noch drin! Herthas Spieler nach dem Triumph von Nürnberg.Foto: Imago/Koch

An sich ist es ja nicht so schön, wenn eine Mannschaft im Pokal auswärts antreten muss. Doch Hertha BSC braucht dieses kuschelige Gefühl des Heimvorteils in dieser Saison zurzeit wohl noch nicht. Beim 2:0 in Nürnberg überzeugte Berlins Fußball-Bundesligist auch im Achtelfinale des DFB-Pokals wieder einmal auswärts, zum dritten Mal im Wettbewerb. So kann es weitergehen für die Mannschaft von Pal Dardai, am 9. oder 10. Februar beim 1. FC Heidenheim im Viertelfinale des DFB Pokals. Der Zweitligist aus der baden-württembergischen Kleinstadt ist sicher ein schlagbarer Gegner auf dem Weg nach Berlin.

Hertha siegt inzwischen sogar mit Humor. „Schon Weihnachten und wir noch im Pokal #hahohe“, stand auf den T-Shirts, die die Berliner Profis nach dem Spiel schmückten. Die Shirts waren übrigens im Online-Shop von Hertha am Montag schon ausverkauft. Es ist auch gut möglich, dass Hertha noch den Frühling im Pokal erlebt, so sieht es auch Pal Dardai. Herthas Trainer sagte zur Auslosung des Viertelfinales: "Ich respektiere jede Mannschaft, jeden Gegner. Es ist ja gerade Weihnachtszeit: Mit dem Sieg in Nürnberg haben wir uns und unsere Fans beschenkt. Und mit dem nächsten Gegner Heidenheim hat uns Carsten Lichtlein dazu noch ein schönes Geschenk gemacht." Sein Mannschaftskapitän Fabian Lustenberger ließ sich hingegen zu einer deutlichen Aussage hinsichtlich der Aufgabe in Heideheim hinreißen. "Es gibt keine Diskussion: Da müssen wir unseren Job erledigen – fertig!"

Das bislang letzte Mal, als Hertha im Viertelfinale des Pokals stand, war in der Saison 2011/2012. Seinerzeit hatten die Berliner ein Heimspiel, 47.465 Zuschauer kamen ins Olympiastadion. 120 Minuten hatten die Zuschauer gesungen, doch am Ende des Spiels gegen Borussia Mönchengladbach kamen Herthas Profis – Pal Dardai war damals schon nicht mehr unter ihnen - nur zum Trösten in die Kurve. Das Endspiel in Berlin wurde wieder einmal ohne Berliner Mannschaft ausgetragen, Hertha verlor trotz engagierter Leistung nach torlosen 90 Minuten 0:2 nach Verlängerung. Ausschlaggebend war eine klare Fehlentscheidung, die zu einem Elfmeter für Mönchengladbach geführt hatte.

Aber das Spiel ist gefühlt schon ganz weit weg und in dieser Saison hat Hertha im Pokal ja weiter den Auswärtsvorteil: Im aktuellen Wettbewerb gab es ein 2:0 bei Arminia Bielefeld (2:0), ein 2:1 nach Verlängerung beim FSV Frankfurt und nun das Spiel beim 1. FC Nürnberg. Vielleicht ist es auch ganz gut, dass Hertha in Heidenheim noch nicht als der ganz große Knaller gesehen wird – trotz des derzeitigen Höhenfluges, der sich ja in der Bundesliga aktuell mit Platz drei auch sehr gut ausdrückt.

Immerhin sagt Heidenheims Geschäftsführer Holger Sanwald auf der offiziellen Homepage des Klubs: „Sportlich gesehen stellt das Duell mit dem Tabellendritten der Bundesliga natürlich eine riesige Herausforderung für unsere Mannschaft dar.“ Und: „Wir freuen uns, dass wir nach vier Auswärtsspielen in Folge im DFB-Pokal endlich mal wieder ein Heimspiel austragen dürfen.“ Freuen sollte man sich vielleicht nicht zu sehr auf ein Heimspiel gegen Hertha. Zumindest im DFB-Pokal. (mit dpa)

 

  

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