Hertha BSC verliert 0:2 : Wieder eine Niederlage beim FC Schalke 04

Zwölf Spiele, elf Niederlagen: Hertha BSC kann in der Bundesliga beim FC Schalke 04 einfach nicht gewinnen. Ein Moment fehlender Konsequenz und ein abgefälschter Schuss reichten den Gastgebern zu einem 2:0-Sieg.

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Valentin Stocker im Kopfballduell mit Eric Maxim Choupo-Moting.
Valentin Stocker im Kopfballduell mit Eric Maxim Choupo-Moting.Foto: rtr

Nach etwas mehr als einer Stunde kochte die Stimmung in der Schalker Arena noch einmal richtig hoch. Und es sagte alles über die Qualität des Bundesligaspiels zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC, dass es Knut Kircher war, der diesen Ausbruch an Emotionen ausgelöst hatte. Der Schiedsrichter sprühte einen weißen Halbkreis auf den Rasen – Jubel. Er sprühte eine weiße Linie aufs Grün – wieder Jubel. Das Spiel selbst riss die 61.973 Zuschauer in Gelsenkirchen nur selten von den Sitzen. Die Schalker konnten immerhin ein erfolgreiches Debüt ihres Trainers Roberto Di Matteo feiern. 2:0 (1:0) hieß es am Ende für die Gastgeber gegen eine insgesamt zu harmlose Berliner Mannschaft.

 Den Schalkern war deutlich anzumerken, dass Di Matteo sich zunächst einmal der Stärkung der zuletzt schwächelnden Defensivkräfte verschrieben hatte. Die Gastgeber waren auffallend um eine gute Ordnung bemüht, sie standen sehr diszipliniert, versuchten, mit zwei Viererketten Herthas Offensive den Raum zum Kombinieren zu nehmen. Da auch die Berliner nicht hemmungslos stürmten, war das Spiel vor allem von Vorsicht geprägt; nur punktuell kamen beide Mannschaften zu Möglichkeiten. Die erste und beste vergab Klaas-Jan Huntelaar nach sieben Minuten, als die Schalker mit direktem Spiel einmal Lücken in den Berliner Defensivverbund reißen konnten. Nach einer Hereingabe von Rechtsverteidiger Atsuto Uchida spitzelte der Holländer den Ball aus drei Meter Entfernung und völlig unbedrängt am Tor vorbei.

 Hertha trat zum ersten Mal in dieser Saison mit derselben Startelf auf wie am Spieltag zuvor, doch vom Schwung, mit dem die vier Offensivspieler maßgeblich zum 3:2-Sieg gegen Stuttgart beigetragen hatten, war in der ersten Hälfte wenig zu sehen. Nach einer Viertelstunde bereitete Salomon Kalou die beste Gelegenheit der Gäste vor: Per Skjelbred scheiterte jedoch an Schalkes Torhüter Ralf Fährmann, den Nachschuss setzte Peter Pekarik ans Außennetz. Mitte der zweiten Halbzeit musste Benedikt Höwedes noch einmal vor Kalou klären, sonst aber passierte im Schalker Strafraum wenig.

Wieder einmal erlebten die Berliner einen Moment, in dem sie in der Defensive die Konsequenz vermissen ließen

 Das sah auf der anderen Seite nicht viel anders aus, aber wieder einmal erlebten die Berliner einen Moment, in dem sie in der Defensive die Konsequenz vermissen ließen, die Trainer Jos Luhukay angemahnt hatte. Skjelbred und Pekarik ließen Julian Draxler nahezu unbehelligt flanken, und in der Mitte stand John Heitinga viel zu weit von seinem Landsmann Huntelaar weg, und der vollendete per Kopf zum 1:0 für Schalke.

 Nach der Pause trat Hertha etwas fordernder auf. Die Berliner übernahmen die Initiative, Schalke reagierte nur noch. Wirklich gefährlich aber wurden die Gäste zunächst nicht: Änis Ben-Hatira verzog aus aussichtsreicher Position, Kalou zeigte bei einem Drehschuss seine technischen Fertigkeiten, hatte allerdings Pech, dass der Ball von Höwedes geblockt wurde. Nach einer Stunde reagiere Luhukay: Er brachte Sandro Wagner für Ben-Hatira. Doch noch ehe dieser Wechsel seine Wirkung hätte entfalten können, war die Begegnung durch das 2:0 der Schalker bereits entschieden. Draxler konnte den Ball unbehelligt die Strafraumlinie entlang führen, und als sich niemand als Anspielstation anbot, probierte Draxler es einfach mal mit einem Schuss. Der Ball wurde von Lustenberger noch so unglücklich abgefälscht, dass Torhüter Thomas Kraft keine Abwehrchance hatte.

 Die Berliner gaben immerhin nicht auf, sie probierten es weiter, sie hatten Pech, dass Fährmann einen abgefälschten Schuss von Roy Beerens noch über die Latte lenken konnte und dass Beerens mit seinem letzten knapp das Tor verfehlte – am Ende aber endete es, wie es für Hertha gegen Schalke zuletzt fast immer geendet hatte: mit einer Niederlage. Das 0:2 war die elfte gegen Schalke in den jüngsten zwölf Spielen.

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