Hertha BSC vor Auswärtsspiel beim HSV : Was tun mit Kapitän Fabian Lustenberger?

Im Spiel beim Hamburger SV könnte Herthas Kapitän Fabian Lustenberger erneut auf der Bank sitzen – aus "rein taktischen Gründen", sagt Trainer Dardai.

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Fabian Lustenberger stand bisher bei Pal Dardai nicht zur Diskussion. Und jetzt? Foto: dpa
Fabian Lustenberger stand bisher bei Pal Dardai nicht zur Diskussion. Und jetzt?Foto: dpa

Pal Dardai ist ein bekennender Freund des Konkurrenzkampfs, Absprachen oder Stammplatzgarantien sind dem Ungarn weitestgehend fremd. Das hat vor und während der Saison schon so manch vermeintlich arrivierter Spieler von Hertha BSC zu spüren bekommen. In einem Fall aber hat der ungarische Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten bisher eine Ausnahme gemacht, im Fall Fabian Lustenberger nämlich, im Fall seines Kapitäns also.

„Ich habe Lusti immer nur ausgewechselt, wenn er mir ein Zeichen gegeben hat und selbst runterwollte“, sagt Dardai. Nun ist nicht davon auszugehen, dass sich der Schweizer Nationalspieler am Sonntag, beim Auswärtsspiel der Berliner in Hamburg, freiwillig auf die Ersatzbank setzen wird, zumal er zuletzt gegen Eintracht Frankfurt (2:0) schon einmal aus der ersten Elf herausrotiert ist. Trotzdem ist das Szenario vom etatmäßigen Kapitän auf der Bank vor dem 25. Spieltag nicht ausgeschlossen. Dardai hat sich am Freitag zwar zum wiederholten Male dafür entschuldigt, nicht detaillierter auf seinen taktischen Plan einzugehen, „weil wir den Gegner auch ein wenig überraschen wollen“. Andererseits liegt die Vermutung nahe, dass er sein gegen Frankfurt modifiziertes Konzept auch in Hamburg beibehalten und erneut mit zwei Stürmern spielen lassen wird.

Dardai hat Lustenbergers freien Mittwochabend zuletzt mit rein taktischen Beweggründen erklärt. „Wir wollten in der ersten Viertelstunde richtig Dampf machen“, hat Herthas Trainer gesagt. Deshalb sollte Salomon Kalou als zweiter Stürmer und damit näher am Frankfurter Tor spielen, was bekanntlich recht gut funktioniert hat; Kalou bereitete ein Tor vor und erzielte eines selbst. „Lusti ist nicht der Spieler, um ihn einzuwechseln“, ergänzte Dardai.

Es ist offensichtlich, dass sie der Personalie Lustenberger bei Hertha nicht allzu viel Bedeutung beimessen wollen, dafür läuft die Saison einfach zu störungsfrei, dafür sind Tabellen- und Gesamtsituation zu harmonisch. „Er ist mein Kapitän und hat das ganze Jahr gut gespielt. Deshalb müssen wir jetzt kein großes Theater machen, nur weil er einmal nicht mitgespielt hat“, sagt Dardai – wohl wissend, dass es durchaus ein bisschen Theater geben könnte, wenn sein Kapitän erneut von einem anderen Spieler vertreten würde. Andererseits sind sie sich im Verein auch sehr wohl der Bedeutung ihres dienstältesten Spielers bewusst. So ist seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2019 dem Vernehmen nach nur noch Formsache. Der ursprüngliche Vertrag läuft bis Sommer 2017.

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