Hertha BSC vor dem Bundesliga-Start : Europa muss warten

Nach dem Aufstieg in die Bundesliga will Hertha BSC nur noch eins: die Klasse halten. "Wir müssen uns schnell an die Bundesliga gewöhnen", sagt Trainer Jos Luhukay.

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Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlin - Herthinho ist 14 geworden, gestern. Damit ist Herthas Bär ein Dino unter den Fußballmaskottchen. Herthinho ist geboren inmitten des rasanten Aufstiegs des Berliner Fußballklubs, der ihn bis in die Champions League führte. Große Güte, das waren noch Zeiten. Morgen startet Hertha in eine neue Zeit, es geht vor über 50 000 Zuschauern gegen Eintracht Frankfurt. Das ist zwar noch nicht die große, weite Welt des Fußballs, aber es ist immerhin wieder Bundesliga.

„Wir müssen uns schnell an die Bundesliga gewöhnen“, sagt Jos Luhukay. Der Klub habe sich zum Auftakt ein Heimspiel gewünscht, es hat geklappt, „nun hoffen wir, dieses Spiel positiv zu absolvieren“. Allerdings sagt der Trainer bei aller Vorfreude und Spannung auch, dass man als Aufsteiger nie vergessen dürfe, wo man herkommt. Hertha stecke in wirtschaftlichen Zwängen und habe daher keine Millionen für Transfers und für Gehälter, was sich so schnell auch nicht ändern werde. Viele Mannschaften seien den Berlinern inzwischen einige Schritte voraus. Hertha müsse und wolle aufholen. „Wie weit wir kommen, ist offen“, sagt Luhukay. „Aber wir wollen aus unserer Qualität das Maximale herausholen. Nach zehn Spielen werden wir sehen, wohin die Reise geht.“

Für das Spiel gegen den Europapokalteilnehmer Frankfurt stehen Herthas Aufstiegstrainer bis auf Pierre-Michel Lasogga alle Spieler zur Verfügung. Der Trainer werde einige Spieler enttäuschen müssen, die in der Zweiten Liga noch einen Stammplatz hatten, nun aber nicht in der Startelf stehen werden. Er müsse sehen, mit welcher Formation er den Gegner „erfolgreich bespielen“ könne, sagt Luhukay. „Wir sind zu den Spielern fair und ehrlich. Und ich sage auch, dass wir über die Saison alle brauchen werden.“

Manager Michael Preetz dämpfte bei aller Vorfreude die allgemeine Erwartungshaltung in der Stadt. „Niemand wird von uns erwarten, dass wir im nächsten Jahr nach Europa gehen“, sagt Preetz. Die Mannschaft komme mit Schwung aus aus der Zweiten Liga und der Vorbereitung; das zittrige Pokalspiel vor einer Woche mal ausgeklammert. „Ich denke, dass sich unsere Fans freuen, wieder oben dabei zu sein.“ Also darüber, dass es jetzt wieder gegen die Großen gehe und dass es so auch ein Weilchen bleibe. Für Preetz persönlich ist es als Manager der dritte Anlauf, oben zu bleiben.

Das Ziel Klassenerhalt steht über allem. „Wenn wir uns etablieren wollen, dann geht das nur über die Heimstärke“, sagt Luhukay. Zusammen mit den Fans wolle man eine Atmosphäre kreieren, die es anderen Teams schwermache, im Olympiastadion Punkte zu holen. „Wenn wir in den Heimspielen immer an die Grenze gehen, können wir auch mal eine Niederlage verkraften“, sagt Luhukay. Denn die würden kommen, da sei er Realist. Aber bitte nicht zum Auftakt, nicht gegen Frankfurt. Michael Rosentritt

Seiten 3 und 18

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