Hertha BSC vor dem Spiel in Hoffenheim : Spannung aufbauen

Vor dem finalen Bundesligaspiel bei der TSG Hoffenheim lässt es Pal Dardai ruhig angehen. Wer den gesperrten John Anthony Brooks ersetzen wird, will der Trainer von Hertha BSC erst am Sonnabend entscheiden.

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Ab Mittwoch will Hertha-Coach Pal Dardai Spielformen und Taktik trainieren lassen.
Ab Mittwoch will Hertha-Coach Pal Dardai Spielformen und Taktik trainieren lassen.Foto: Imago

Das Feld war nicht so groß wie gewöhnlich, dafür sorgten die kleinen Hütchen, die Pal Dardai als Begrenzung aufgestellt hatte. Zudem wich die Anzahl der Spieler von der ab, die man normalerweise mit einem Fußballteam in Verbindung bringt. Es traten an: zehn gegen zehn, wodurch wiederum ein ziemliches Gewusel auf dem verkleinerten Platz herrschte. Zur Verteidigung ist in diesem Zusammenhang einzubringen, dass die Räume entsprechend zugestellt waren und irgendwie immer auch ein Bein dazwischen grätschte.

Wenn es allerdings noch eines Beweises bedurfte, wo es zuletzt gehakt hat bei Hertha BSC, nämlich vorrangig beim Torabschluss, dann lieferte ihn die erste Übungseinheit der Woche vor dem Punktspiel bei der TSG Hoffenheim am Samstag. In 35 Minuten Trainingsspiel brachten die anwesenden Profis ganze zwei Treffer zu Stande: einen gefühlvollen Lupfer von Per Skjelbred und ein Kullertor von Valentin Stocker, nachdem Torhüter Sascha Burchert den Ball leichtfertig verbasselt hatte. Zu allem Überfluss wurde dem spektakulärsten Tor des Nachmittags die Gültigkeit abgesprochen, weil Thomas Kraft das Spielgerät drei Mal – und nicht wie von Coach Dardai angeordnet maximal zwei Mal – berührt hatte. Herthas Torhüter trainierte, wie zuletzt häufiger in der ersten Einheit der Woche, nicht auf seiner angestammten Position, sondern im Feld mit.

Wer ist wann gerettet?
Abstiegskrampf: Im ereignisarmen Spiel gegen Eintracht Frankfurt (0:0) wurden die Zuschauer im Berliner Olympiastadion auf eine harte Probe gestellt. Hertha vergab gegen einen schwachen Gegner den sicheren Klassenerhalt und muss nun in Hoffenheim noch einmal zittern. Der direkte Abstieg ist dabei fast nicht mehr möglich, denn dafür müsste der HSV drei Punkte und zwölf Tore aufholen. In der Relegation landen die Berliner, wenn sich Hannover 96 und der SC Freiburg unentschieden trennen, der VfB Stuttgart beim SC Paderborn gewinnt und Hertha selbst 0:2 oder höher in Hoffenheim verliert. Bei einem Punktgewinn ist Hertha definitiv gerettet.Alle Bilder anzeigen
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Johannes van den Bergh und Marvin Plattenhardt fehlten am Dienstag

Letztere Beobachtung verdeutlichte Dardais Herangehensweise vor dem finalen Bundesliga-Spieltag, der auch für die Berliner über Wohl und Wehe der Saison entscheidet. „Ziel war es, die Jungs langsam wieder reinzubringen und Spannung aufzubauen“, sagte Dardai. „Ab Mittwoch machen wir mehr Spielformen und Taktik“, ergänzte der Ungar. Dann wird sich Herthas Trainer auch dezidiert mit der Frage beschäftigen müssen, wer den wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrten John Anthony Brooks in der Innenverteidigung ersetzen wird. Naheliegende Kandidaten wären Jens Hegeler und John Heitinga, womöglich sogar Kapitän Fabian Lustenberger. „Wir werden zwei, drei Varianten probieren“, sagte Dardai, „aber die Entscheidung werde ich wohl erst am Spieltag treffen.“

Wenn es normal läuft, werden die Berliner ihre Reise am Freitag mit zwei Akteuren antreten können, die am Dienstag noch verletzt fehlten, nämlich die Außenverteidiger Johannes van den Bergh (Knieprobleme) und Marvin Plattenhardt (Hüftprobleme). „Sie brauchen noch ein, zwei Tage“, sagte Dardai, „wir werden da kein Risiko eingehen.“

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