Sport : Hertha BSC vs. Energie Cottbus: Keine Angst vor neuer Randale

Klaus Rocca

Vielleicht haben sie sich gestern in Budapest die Hand gegeben, Dieter Hoeneß und Dieter Krein. Beide, der Manager von Hertha BSC und der Präsident von Energie Cottbus, saßen beim dortigen Länderspiel auf der Tribüne. Und haben vielleicht ihr Verhältnis verbessert. Wenige Tage vor dem Bundesliga-Kick der beiden Klubs am kommenden Sonntag im Berliner Olympiastadion.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Noch im März hatte die Freundschaft einen tiefen Riss bekommen. Da hatte Hoeneß dem Cottbuser Präsidenten eine Mitverantwortung an den schweren Zwischenfällen beim mit 0:3 verlorenen Gastspiel Herthas im Stadion der Freundschaft unterstellt und dieser Hoeneß daraufhin "bodenlose Frechheit" vorgeworfen. "Das ist doch alles Schnee von gestern. Die Beziehungen zwischen beiden Vereinen sind doch gut", glaubt Klaus Stabach, bei Energie Cottbus Manager und Geschäftsführer in Personalunion, zu wissen. Hoffentlich irrt er sich da nicht.

Im März hatten einige Rowdys unter den 6000 Hertha-Anhängern in der Stadt randaliert, im Stadion Rauchbomben geworfen, damit für einen verspäteten Beginn des Spiels gesorgt und sogar einen Ordner so sehr verletzt, dass dieser ins Krankenhaus gebracht werden musste. Rob Maas, der damals auf der Hertha-Reservebank saß: "Das war schon heftig. So schnell vergesse ich das nicht." Angeblich waren die Hertha-Anhänger erbost darüber, dass sie in einen viel zu kleinen Block gepfercht worden waren. Stabach: "Wir haben nun mal ein kleines Stadion. Das wusste aber jeder vorher. Damit muss man eben leben."

Hoeneß war zweimal vor den Hertha-Block gegangen und hatte versucht, die Gemüter zu beruhigen. Dass die auch bei den Verantwortlichen hitzig waren, hatte eine Äußerung Kreins bewirkt. Der hatte erklärt, die Mannschaft werde für den Molotowcocktail-Wurf auf das Haus des Cottbuser Mannschaftskapitäns Christian Beeck "die richtige Antwort auf dem Rasen geben". Diese Worte hielt Hoeneß für "höchst verantwortungslos". Dieter Krein habe damit noch Öl ins Feuer gegossen. Der Präsident von Cottbus, sich keiner Schuld bewusst, war erzürnt. Hoeneß, so Krein, solle sich lieber um die Chaoten im eigenen Verein kümmern.

Vorwürfe, Energie Cottbus habe ebenso wie Hertha besonders gewaltbereite Fans, von denen viele auch der rechten Szene zuzuordnen sind, wies Krein damals zurück: "Unter 1000 Energie-Fans gibt es zehn Vollidioten. Diese zehn aber sind es, die für Ärger sorgen." Mit diesem Problem stehe Cottbus aber nicht allein. "Bei Hertha ist es doch nicht anders. Auch da sorgen einige Unbelehrbare immer wieder für Unruhe."

Bei so viel Zündstoff, mag er inzwischen auch weitgehend entschärft worden sein, könnte man für das Spiel am Sonntag im Olympiastadion Befürchtungen haben. Doch Stabach winkt ab. "Wir sind nicht nachtragend. Unsere Fans sind es auch nicht." Von denen kommen nach Angaben Stabachs immerhin "mindestens 5000" ins Olympiastadion. Mit Hertha habe man jedoch keine vorsorglichen Maßnahmen besprochen. Dafür sieht man auch bei Hertha keine Veranlassung. Pressesprecher Hans-Georg Felder: "Das war damals für Cottbus ein Problem. In Berlin können wir das nicht erkennen. Deshalb werden wir auch die Zahl der Ordnungskräfte nicht verstärken." Und sollte das doch der Fall sein, werde man das nicht bekannt geben.

Ein Blick auf die Homepage Herthas im Internet könnte nichts schaden. Wie schrieb da doch einer, an die Adresse der Fans von Energie Cottbus gerichtet: "Und immer daran denken: Wir vergessen niemals! Hass dem FCE!"

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