Hertha BSC : Wie viele Punkte langen zum Klassenerhalt?

Hertha und das große Rechnen: Was muss die Mannschaft noch holen, um in der Fußball-Bundesliga zu bleiben? Fast jede Woche machen die Berliner eine neue Rechnung auf.

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Einwurf Plattenhardt. Herthas Verteidiger rechnet sich für das Spiel am Samstag in München etwas aus. Foto: Imago/König
Einwurf Plattenhardt. Herthas Verteidiger rechnet sich für das Spiel am Samstag in München etwas aus.Foto: Imago/König

Pal Dardai kann ein Schelm sein. Gerade wenn es darum geht, wie viele Punkte seine Mannschaft noch zum sicheren Klassenerhalt zu sammeln hat. Nachdem er Anfang Februar bei Hertha BSC Jos Luhukay als Trainer ablöste, machte er die Ur-Rechnung auf, wonach die Mannschaft jedes zweite Spiel gewinnen müsste, um dem damals drohenden Abstieg entkommen zu können. Das wären nach zehn Spielen, die seitdem vergangen sind, 15 Punkte. Erreicht hat Hertha unter Dardai 16 Punkte. Hertha liegt also im Plansoll. Trotzdem gibt es beinahe jede Woche eine neue Rechnung.

Nun kommen aber drei Spiele für Hertha, die es in sich haben. Kommenden Samstag müssen die Berliner beim FC Bayern antreten, der gerade den FC Porto aus dem Stadion gefegt hat. Anschließend ist der Tabellenvierte Mönchengladbach im Olympiastadion zu Gast, dann geht es zu Borussia Dortmund. Gut möglich, dass den Berlinern, die seit sieben Spielen nicht mehr verloren haben, vielleicht eine Überraschung gelingt. Möglich ist aber auch, dass Hertha in diesen Spielen gar nicht punktet. Was dann? Wird es dann noch einmal eng?

Hertha steht derzeit bei 34 Punkten, was vielleicht schon für den Klassenerhalt reicht. Besonders, wenn die Abstiegskandidaten wie am vergangenen Wochenende nicht punkten. Hamburg (Tabellen-18./25 Punkte), Stuttgart (17./26), Paderborn (16./27), Hannover (15./29) und Freiburg (14./29) verloren ihre Spiele. Nur Mainz konnte einen Sieg (in Freiburg) landen und zog an Hertha wegen des besseren Torverhältnisses vorbei.

„Es ist noch nichts entschieden“, sagt Herthas Linksverteidiger Marvin Plattenhardt: „Wir haben noch einige harte Wochen vor uns.“ Vielleicht gehe aber was in München, sagt der 23-Jährige. Die Bayern haben nicht nur das Spiel gegen Porto in den Knochen, sondern sie schielen vielleicht schon auf das prestigeträchtige Pokal-Halbfinale am kommenden Dienstag gegen Borussia Dortmund. „Wer sagt, dass wir da nichts holen können?“, fragt Plattenhardt.

Pal Dardai blickt mutig, wenn er auf die Aussichten seiner Mannschaft in München angesprochen wird. Wie immer wolle er seine Mannschaft gewissenhaft auf das Spiel vorbereiten. Viel zu verlieren gebe es nicht für Hertha. Schließlich hat auch Dardai seine persönliche Rechnung mindestens einmal korrigiert. Vor zwei Wochen, vor dem Spiel bei Hannover 96, hatte er gesagt, dass Hertha nach seiner Rechnung noch vier Punkte benötige. Hertha spielte gegen Hannover 1:1 und punktete auch im darauffolgenden Spiel gegen den 1. FC Köln (0:0). Blieben noch zwei Punkte – nach alter Rechnung. Aber von der will Dardai nichts mehr wissen. „Ich denke, dass wir noch drei oder vier Punkte brauchen, um ganz sicher zu sein“, sagt er nun.

Fakt ist, dass es für Hertha unruhig werden könnte, sollte man die drei anstehenden Spiele in Serie verlieren und gleichzeitig die hinter den Berliner platzierten Teams ins Punkten kommen. Es könnte ungemütlich werden, wenn Hertha gezwungen wäre, in den beiden letzten Saisonspielen gegen Frankfurt und Hoffenheim noch einmal gewinnen zu müssen.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir vier, fünf Mal hintereinander verlieren“, sagt Herthas Trainer. „Wir gehen nicht zum Urlaubmachen in die Spiele. Wir haben noch fünf Spiele, ich will da schon drei, vier oder fünf Punkte haben. Das können mehr werden, aber auch weniger“, sagt Pal Dardai und lächelt schelmisch.

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