Michael Preetz im Interview : "Meine Arbeit wird sich durchsetzen"

12.08.2012 00:00 Uhr
Nur nach Hause geht er nicht: Herthas Manager Michael Preetz. Foto: dapd
Nur nach Hause geht er nicht: Herthas Manager Michael Preetz. - Foto: dapd

Herthas Manager Michael Preetz spricht vor dem Spiel beim FSV Frankfurt über die Folgen des Abstiegs, die Erwartungen an Trainer Jos Luhukay und die Kritik an seiner Person.

Herr Preetz, am Sonntag reist Hertha zum FSV nach Frankfurt. Kommen da Erinnerungen hoch, an vergebliche Verhandlungen über ein Wiederholungsspiel?
Nein. Ich denke daran, dass wir dort vor zwei Jahren ein zähes Spiel kurz vor Schluss gewonnen haben, durch einen Kopfball von Adrian Ramos. Nicht an die DFB-Zentrale.

Der Zweitliga-Start, ein 2:2 gegen Paderborn, war diesmal holpriger als damals.

Damals hatten wir zu Beginn der Vorbereitung die Mannschaft fast komplett beisammen. Das war jetzt nicht möglich, viele Spieler kamen in unterschiedlichem Fitnesszustand zu uns.

Es wird eine Weile dauern, bis wir uns einspielen. Gleichzeitig müssen wir in dieser Phase punkten.

Auch Jos Luhukay spricht davon, dass man bis Oktober Geduld haben müsse. Hat Hertha die? Oder gibt es einen Punkt, ab dem Sie nervös werden?

Nein, wir sind positiv gestimmt, was unsere Ziele angeht, und wissen, dass wir einen langen Atem brauchen. In der Anfangsphase müssen wir noch zusammenwachsen und dabei so optimal wie möglich punkten. Vielleicht nicht mit dem schönsten Fußball, weil der im Moment noch nicht möglich ist.

Wie wichtig ist der Aufstieg für Hertha finanziell? Oder anders gefragt: Wie hoch ist das finanzielle Risiko, das Sie eingehen?

In einem Zweitligajahr kann man Verbindlichkeiten nicht spürbar abbauen, das geht nur in der Ersten Liga bei deutlich mehr Einnahmen. Durch den Raffael-Transfer haben wir erhebliche Mehrerlöse erzielt. Aber auch wenn wir nicht aufsteigen sollten, wird in Berlin weiter Fußball gespielt.

Bildergalerie: Hertha-Saisonrückblick 2011/2012

Das heißt, Sie wollen mit Jos Luhukay durch dick und dünn gehen?

Das haben wir uns auch immer bei anderen Trainern vorgenommen. Mit Jos Luhukay unternehmen wir einen neuen Anlauf, da habe ich ein gutes Gefühl. Er ist ein gerader, geerdeter und besonnener Typ mit großer Kompetenz. Kontinuität ist leicht, wenn man Erfolg hat; wenn es schwierig wird, muss man zusammenstehen. Dafür werden genug Gelegenheiten kommen, wir wissen, wie der Fußball ist.

Wie wichtig ist ein guter Start für Sie persönlich, damit die Diskussionen um Ihre Person nicht wieder losgehen?

Erfolg durch die eigene Arbeit zu haben ist immer wichtig. Wenn Sie meine Zeit bei Hertha sehen, dann stand bisher jedes Jahr unter dieser Überschrift. Das wird sich auch so schnell nicht ändern.

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