Nach dem Paderborn-Spiel : Die neuen Charakterdarsteller von Hertha BSC
05.08.2012 19:00 UhrDeniz Yilmaz ist erst seit ein paar Tagen in Paderborn. Vermutlich kennt er seinen neuen Arbeitgeber noch gar nicht richtig, aber am Freitag hat der Leihspieler vom FSV Mainz einen Eindruck bekommen, mit welch begrenzten Möglichkeiten er sich künftig wird abfinden müssen. Der Stürmer des SC Paderborn stand nach dem 2:2 gegen Hertha BSC in der Interviewzone, als sein Kollege Daniel Brückner mit nacktem Oberkörper und einer seltsamen Bitte an ihn herantrat: „Kann ich kurz dein Trikot haben?“ Yilmaz schaute leicht irritiert. Kann sich der Klub nicht mal für jeden Spieler ein eigenes Hemd leisten? Dann zog er sein Trikot aus und reichte es Brückner, der nicht mit blanker Brust vor eine Fernsehkamera treten wollte.
Bei Hertha BSC sind die Möglichkeiten, zumindest für Zweitligaverhältnisse, immer noch beinahe unbegrenzt. Der Absteiger aus der Bundesliga hatte sich lange Zeit schwer getan gegen Paderborn, doch als die Auftaktbegegnung der neuen Saison in ihre entscheidende Phase ging, konnten die Berliner noch einmal zulegen. Oder besser: Trainer Jos Luhukay konnte das. Beim Stand von 0:1 wechselte er den kolumbianischen Nationalspieler Adrian Ramos und den Brasilianer Ronny ein. „Es kam Qualität rein in dieses Spiel“, sagte Paderborns Trainer Stephan Schmidt. Ein paar Minuten später stocherte Ramos den Ball zu Ronny, der legte ihn vom linken auf den rechten Fuß und vollendete mit einem Flachschuss zum 1:1. Kurz vor Schluss bereitete der Brasilianer dann mit seinem Freistoß das 2:2 durch Sami Allagui vor.
Das Spiel zwischen Hertha und Paderborn in der Bildergalerie
Ronny, der bisher vor allem als jüngerer Bruder Raffaels bekannt geworden ist, war am Freitag der Mann für die entscheidenden Momente. Das ist weit mehr, als ihm bisher zumeist vergönnt war, aber immer noch deutlich weniger, als angesichts seiner Begabung möglich wäre. Ronny gilt selbst nach zwei mäßigen Jahren bei Hertha immer noch als Versprechen, aber nach den bisherigen Erfahrungen sollte man die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht gleich wieder ausufern lassen. Der 26-Jährige hat seine Qualität noch nie über einen längeren Zeitraum nachgewiesen.













